Regionalplan München - Ziele und Grundsätze

Teil A - Nachhaltige überfachliche Entwicklung der Raumstruktur

A I Die Region und ihre Teilräume

Begründung zu Kapitel A I

1 Nachhaltige Raumentwicklung in der Region München

G 1.1
Leitvorstellung zur nachhaltigen Raumentwicklung

Die Region München und ihre Teilräume sollen als attraktiver Lebensraum und leistungsfähiger Wirtschaftsraum im Sinne einer nachhaltigen Raumentwicklung gesichert und weiterentwickelt werden.

Dazu

  • soll die Bedeutung der Region München als europäische Metropolregion im nationalen und internationalen Wettbewerb gestärkt werden
  • soll die Region München ihre Impulsgeberfunktion für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklungen nach innen und außen ausbauen
  • sollen die vielfältigen Möglichkeiten zur Bildung und Ausbildung weiterentwickelt werden.
  • sollen die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten sowie die attraktive Natur-, Kultur- und Erholungslandschaft gesichert und verbessert werden.

1.2 Allgemeine Grundsätze zur nachhaltigen Raumentwicklung

G 1.2.1
Die monozentrisch-radiale Raumstruktur der Region München soll im Sinne einer dezentralen Konzentration ergänzt und weiterentwickelt werden. Dazu soll die Siedlungs- und Infrastruktur auf das System der zentralen Orte ausgerichtet werden.

G 1.2.2
Eine ausgewogene Funktionsmischung von Wohnstätten, Arbeitsplätzen und Versorgungseinrichtungen soll angestrebt werden.

G 1.2.3
Die Standortvoraussetzungen und -potentiale für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung sollen optimiert werden. Hierzu sollen die wirtschaftsnahe und verkehrliche Infrastruktur ausgebaut sowie die Flächenverfügbarkeit an geeigneten Standorten erhöht werden.

G 1.2.4
Es soll ein großräumiges und übergreifendes System zur Freiraumsicherung und -entwicklung geschaffen werden, um die ökologische Stabilität der Region auch als ökonomischen Standortvorteil zu nutzen und zu stärken.

G 1.2.5
Durch eine langfristig angelegte Flächenentwicklung sollen Handlungsspielräume einerseits für Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung sowie andererseits für Freiraumentwicklung geschaffen werden. Hierbei sollen unter Berücksichtigung der naturräumlichen Strukturen Standorte optimiert und eine verstärkte Innenentwicklung gefördert werden.

G 1.2.6
Die Erreichbarkeit der Region und ihrer Teilräume soll umweltschonend und sozialverträglich, insbesondere durch den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), verbessert werden.

G 1.2.7
Bei der Wahrnehmung von überregionalen Aufgaben der Region München sollen die Möglichkeiten der interregionalen Abstimmung und Aufgabenergänzung auch über die Grenzen Bayerns hinaus verstärkt genutzt und weiterentwickelt werden.

G 1.2.8
Es soll darauf hingewirkt werden, dass Städtekooperationen wie die des Wirtschaftsraumes Südbayern München, Augsburg, Ingolstadt (MAI) e.V. ausgeweitet und intensiviert werden.

2 Raumstrukturelle Entwicklung

2.1 Großer Verdichtungsraum München

2.1.1 Stadt- und Umlandbereich

G 2.1.1.1
Der Stadt- und Umlandbereich München soll so entwickelt werden, dass er seine Funktionen als zentraler Wohnstandort und Arbeitsmarkt, als Wirtschaftsschwerpunkt, als Bildungs- und Ausbildungszentrum und als Verkehrsverflechtungsraum unter Berücksichtigung der ökologischen Belange und der Belange der Erholungsvorsorge auch künftig nachhaltig erfüllen kann. Die Standortattraktivität soll deshalb durch

  • verstärkte Innenentwicklung durch Ausschöpfung der Flächenreserven, Aktivierung der Flächenpotentiale sowie Flächenrecycling, insbesondere in der Kernstadt München
  • aktive Flächenvorsorge der Gemeinden z.B. durch Flächenmanagement, Standortpflege und Ausbau der Branchenvielfalt
  • Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Infrastruktur
  • Verbesserung der Standortqualitäten für Einrichtungen und Unternehmen, die der Fühlungsvorteile des Stadt- und Umlandbereiches München bedürfen
  • eine enge Abstimmung der Siedlungsentwicklung mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), insbesondere mit dem Schienenpersonennahverkehr
  • die Sicherung und Verbesserung der Wohnqualität
  • die Gestaltung und die Erhaltung von attraktiven Wohnumfeldbereichen und Naherholungsräumen sowie naturnahen Freiflächen

weiter ausgebaut und verbessert werden.

G 2.1.1.2
Die Mittelzentren und Siedlungsschwerpunkte im Stadt- und Umlandbereich München sollen gestärkt werden und auch Aufgaben höherer Zentralitätsstufen erhalten können. zurück zum Inhaltsverzeichnis
 

G 2.1.2 Äußere Verdichtungszone

In der äußeren Verdichtungszone im großen Verdichtungsraum München sollen als Übergangsbereich zwischen Verdichtungsraum und ländlichem Raum

  • die zentralörtlichen Versorgungsstrukturen gestärkt und weiterentwickelt
  • einer Suburbanisierung entgegengewirkt
  • die Erreichbarkeit insbesondere mit öffentlichen Verkehrsmitteln verbessert
  • überörtlich bedeutsame Freiräume erhalten und funktionsgerecht entwickelt

werden.
 

G 2.2 Ländlicher Raum

Der ländliche Raum soll unter Berücksichtigung seiner naturräumlich-landschaftlichen, siedlungsstrukturellen und kulturellen Eigenart als eigenständiger Lebensraum vor allem durch

  • Stärkung der Wirtschaftsstruktur
  • Erhaltung und Verbesserung des Arbeitsplatzangebotes
  • Verbesserung der Verkehrserschließung, neben der Schaffung von verbesserten Voraussetzungen für den motorisierten Individualverkehr insbesondere durch verstärkten Ausbau des ÖPNV, auch regionsübergreifend
  • Erhaltung der für den ländlichen Raum typischen Siedlungsstrukturen und Ortsbilder
  • Erhaltung und Nutzung von qualitativ hochwertigen Landschaftsteilen

weiterentwickelt werden.

Insbesondere sollen in diesem Sinne die peripher gelegenen Teilräume des ländlichen Raumes in der Region an dieser Weiterentwicklung teilhaben und die Möglichkeiten einer interregionalen Kooperation nutzen können.
 

G 2.3 Flughafenumland

Der wirtschaftliche Belebungseffekt des Flughafens München soll, insbesondere auch in Verbindung mit der zu schaffenden Infrastruktur, grundsätzlich für sein ganzes Umland wirksam werden, mit Schwerpunkt jedoch im Landkreis Erding. Die Entwicklung der Bevölkerung und Arbeitsplätze im Einzugsbereich des Flughafens soll sich insbesondere im möglichen Oberzentrum Freising, im Mittelzentrum Erding und im bevorzugt zu entwickelnden Mittelzentrum Moosburg a.d.Isar sowie in den Gemeinden Langenbach, Langenpreising, Marzling, Moosinning, Neuching, Oberding, Wartenberg, Wörth und Zolling vollziehen.

Begründung zu Kapitel A I