Regionalplan München - Ziele und Grundsätze

B II Siedlungswesen

Begründung zu Kapitel B II

1  Allgemeine Grundsätze

G 1.1
Eine ressourcenschonende Siedlungsstruktur soll angestrebt werden.

G 1.2
Die Siedlungsentwicklung soll auf die Hauptorte der Gemeinden konzentriert werden.

G 1.3
Die Siedlungsentwicklung soll zur Größe der vorhandenen Siedlungseinheiten in einem angemessenen Verhältnis stehen.

G 1.4
Die Siedlungstätigkeit soll nach den notwendigen und realisierbaren Infrastruktureinrichtungen bemessen werden.

G 1.5
Die wohnbauliche und die gewerbliche Entwicklung sollen aufeinander abgestimmt werden. Dabei soll eine enge, verkehrsgünstige Zuordnung von Wohn- und Arbeitsstätten angestrebt werden.

G 1.6
Die Siedlungsentwicklung soll mit dem System des ÖPNV und dessen weiteremAusbau abgestimmt werden.
 

2  Siedlungsentwicklung

Z 2.1
In der gesamten Region soll die Wohnsiedlungsentwicklung einer Gemeinde die Deckung des Bedarfs ihrer Bevölkerung sowie einer nicht unverhältnismäßigen Bevölkerungszuwanderung umfassen. Die gewerbliche Siedlungsentwicklung einer Gemeinde soll den Bedarf der ansässigen Betriebe sowie für die Neuansiedlung von Betrieben umfassen, die zur örtlichen Grundversorgung oder Strukturverbesserung in der Gemeinde notwendig oder an besondere Standortvoraussetzungen gebunden sind.1


1 Zu größeren Gewerbe- und Industriegebieten siehe auch B II G 5.2.4


Z 2.2
In zentralen Orten und im Bereich von Entwicklungsachsen soll eine über die in B II Z 2.1 festgelegte Zielsetzung hinausgehende Siedlungsentwicklung zulässig sein.

Z 2.3
In der Region werden gemäß LEP B II 1.2 Bereiche festgelegt, die für die Siedlungsentwicklung besonders in Betracht kommen. Der Lenkung der Siedlungsentwicklung in diese Bereiche kommt ein besonderes Gewicht zu. Dort soll eine über die in B II Z 2.1 festgelegte Zielsetzung hinausgehende Siedlungsentwicklung zulässig sein. Dabei soll in der Regel zunächst auf bereits ausgewiesene Wohn- und/oder Gewerbegebiete zurückgegriffen werden.Lage und Abgrenzung der Bereiche, die für die Siedlungsentwicklung besonders in Betracht kommen, bestimmen sich nach Karte 2 Siedlung und Versorgung i.M. 1:100.000, Tektur "Siedlung, Freiraum, Verkehr", die Bestandteil des Regionalplans ist.
 

3  Orientierung der Siedlungsentwicklung am öffentlichen Personennahverkehr

Z 3.1
Die Entwicklung neuer, von bestehenden Siedlungsgebieten losgelösten Siedlungseinheiten, soll an die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV gebunden sein. Eine Abweichung soll dann möglich sein, wenn durch die besondere Art der festgesetzten baulichen Nutzung eine ÖPNV-Anbindung nicht zwingend erforderlich erscheint.

G 3.2
In den Bereichen, die für die Siedlungsentwicklung besonders in Betracht kommen, soll eine verstärkte Siedlungstätigkeit der Gemeinden bevorzugt an Haltepunkten des schienengebundenen Personennahverkehrs (SPNV) stattfinden. Hierzu sollen im fußläufigen Einzugsbereich der Haltepunkte des SPNV

  • eine angemessene Verdichtung angestrebt werden
  • größere unbebaute Flächen für die Siedlungstätigkeit vorgehalten und für eine intensive Verwendung einer schienenverkehrsbezogenen Siedlungsentwicklung vorgesehen werden.

Z 3.3
An geeigneten Haltepunkten des SPNV soll eine über die bestehenden Siedlungsgebiete hinausreichende stärkere Siedlungsentwicklung der Gemeinden konzentriert werden, wobei die Möglichkeiten einer verdichteten Bauweise ausgeschöpft werden sollen. Diese Haltepunkte sind:

  • die S-Bahn-Haltepunkte:
    Pasing, Berduxstraße, Laim, Friedenheimer Brücke, Donnersberger Brücke, Hackerbrücke, Maisach, Gernlinden, Langwied, Karlsfeld, Petershausen, Freising, Neufahrn, Gewerbegebiet Neufahrn/Eching (geplant), Eching, Hallbergmoos, Geltendorf, Ismaning, Unterföhring, Poing, Poing-West (geplant), Grub , Heimstetten, Feldkirchen, Grafing Bahnhof, Taufkirchen, Unterhaching und Gilching-Argelsried
  • die U-Bahn-Haltepunkte:
    Garching, Garching-Hochbrück und Fröttmaning
  • die Bahn-Haltepunkte:
    Kaufering, Moosburg a.d.Isar, Langenbach, Marzling und Dorfen.

Z 3.4
Über die bestehenden Haltepunkte hinaus sollen für eine längerfristige stärkere Siedlungsentwicklung der Gemeinden die möglichen S-Bahn-Haltepunkte Karlsfeld-Nord, Oberding-Schwaig, Erding-Nordwest, Emmering und Weßling-Weichselbaum gesichert werden. Die Errichtung und Entwicklung dieser Haltepunkte soll bedarfsweise erfolgen. Eine isolierte Bebauung an diesen Punkten soll mit der Realisierung der Haltestellen verknüpft sein.
 

4  Siedlungs- und Freiraumstruktur

4.1 Siedlungsstruktur

G 4.1.1
Insbesondere im Stadt- und Umlandbereich München soll auf der Grundlage der bestehenden Siedlungsstruktur eine Verdichtung und Abrundung der Siedlungsgebiete erfolgen.

G 4.1.2
Die für die Region typische Siedlungsstruktur soll grundsätzlich erhalten und unter Beibehaltung der großräumig auf den Verdichtungskern zuführenden Freiräume so weiterentwickelt werden, daß keine durchgehenden Siedlungsbänder entstehen.

Z 4.1.3
Die charakteristische Siedlungsstruktur der Rodungsinseln im Süden und Ostenvon München soll erhalten werden. Eine weitere Siedlungsentwicklung ist möglich, soweit die charakteristische Siedlungsstruktur nicht entgegensteht.

Z 4.1.4
Für den Wärmeausgleich und die Kaltluft- und Frischluftentstehung bedeutende Wälder sowie für den Luftaustausch und Frischlufttransport bedeutende Talräume sind in ihren Funktionen zu erhalten. Planungen und Maßnahmen sind im Einzelfall möglich, soweit sie den Funktionen gemäß Satz 1 nicht entgegenstehen.

Z 4.1.5
Hangkanten, Steilhänge, Waldränder, Feucht- und Überschwemmungsgebiete sollen in der Regel von Bebauung freigehalten werden.

Z 4.1.6
Innerörtliche Freiflächen, die in Verbindung mit der freien Landschaft stehen, sind zu erhalten. Diese sind mit den Grünzügen zu vernetzen.
 

4.2  Freiraumstruktur und Freiraumsicherung

Z 4.2.1
Die Siedlungsentwicklung soll durch ein überörtliches, vernetztes Konzept der im folgenden bestimmten regionalen Grünzüge und Trenngrüns als Grundgerüst eines räumlichen Verbundsystems zur Freiraumsicherung und -entwicklung geordnet und gegliedert werden.

Z 4.2.2
Regionale Grünzüge sollen

  • zur Verbesserung des Bioklimas und zur Sicherung eines ausreichenden Luftaustausches
  • zur Gliederung der Siedlungsräume
  • zur Erholungsvorsorge in Siedlungsgebieten und siedlungsnahen Bereichen

dienen.

Die regionalen Grünzüge sollen über die in bestehenden Flächennutzungsplänen dargestellten Siedlungsgebiete hinaus nicht geschmälert und durch größere Infrastrukturmaßnahmen nicht unterbrochen werden. Planungen und Maßnahmen in regionalen Grünzügen sollen im Einzelfall möglich sein, soweit die jeweilige Funktion gemäß Absatz 1 nicht entgegensteht.

Als regionale Grünzüge werden festgelegt:

  • Lechtal (1)
  • Schöngeisinger Forst/Maisacher Moos/tertiäres Hügelland bei Dachau (2)
  • Ampertal (3)
  • Herrschinger Moos/Weßlinger See (4)
  • Grüngürtel München-Südwest: Kreuzlinger Forst/Aubinger Lohe und bei Alling/Eichenau (5)
  • Dachauer Moos/Freisinger Moos/Grüngürtel München-Nordwest (6)
  • Starnberger See/Würmtal sowie flankierende Waldkomplexe (7)
  • Grüngürtel München-Nord: Heideflächen und Trockenwälder (8)
  • Isartal (9)
  • Gleißental/Hachinger Tal sowie flankierende Waldkomplexe (10)
  • Höhenkirchener Forst/Truderinger Wald (11)
  • Grüngürtel Flughafen München/Erdinger Moos/Aschheimer Speichersee/Grüngürtel München-Nordost (12)
  • Grüngürtel München-Ost: Luftaustauschbahn südlich der Siedlungsschwerpunkte Kirchheim b.München und Poing und nordöstlich der Messestadt Riem (13)
  • Ebersberger Forst/Messestadt Riem (14)
  • Grüngürtel München-Ost bei Poing (15)
  • Sempttal (16)

Z 4.2.3
Trenngrün soll das Entstehen großflächiger und bandartiger Siedlungsstrukturen vermeiden und die Freiflächen zwischen aufeinander zuwachsenden Siedlungseinheiten erhalten und sichern. Planungen und Maßnahmen im Trenngrün sollen im Einzelfall möglich sein, soweit die jeweilige Funktion gemäß Satz 1 nicht entgegensteht.

Als Trenngrün werden Freiräume zwischen folgenden Siedlungseinheiten festgelegt:

  • Unter- und Oberschleißheim (1)
  • Hochbrück (Stadt Garching) und Unterschleißheim (2)
  • Neufahrn b.Freising und Mintraching (Gde. Neufahrn b.Freising) (3)
  • Freising und Marzling (4)
  • Oberding und Niederding (Gde. Oberding) (5)
  • Notzing (Gde. Oberding) und Aufkirchen (Gde. Oberding) (6)
  • Altenerding (Stadt Erding) und Pretzen (Stadt Erding) (7)
  • Markt Schwaben und Ottenhofen (8)
  • Poing und Ottersberg (Gde. Pliening) (9)
  • Pliening und Poing (10)
  • Landsham (Gde. Pliening) und Kirchheim b.München (12)
  • Grub (Gde. Poing) und Landsham (Gde. Pliening) (13)
  • Grub (Gde. Poing) und Poing (14)
  • Grub (Gde. Poing) und Heimstetten (Gde. Kirchheim b.München) (15)
  • Aschheim und Feldkirchen (17)
  • Dornach-Gewerbegebiet (Gde. Aschheim) und Dornach-Wohnort (Gde. Aschheim) (18)
  • Parsdorf (Gde. Vaterstetten) und Neufarn (Gde. Vaterstetten) (19)
  • Haar und München-Trudering (20)
  • Zorneding/Pöring und Eglharting (Markt Kirchseeon) (21)
  • Baldham (Gde. Vaterstetten) und Zorneding (22)
  • Ebersberg und Grafing b.München (23)
  • Hofolding (Gde. Brunnthal) und Faistenhaar (Gde. Brunnthal) (24)
  • Neubiberg und Unterhaching (25)
  • Unterhaching und Winning (Gde. Taufkirchen) (26)
  • Unterhaching und Taufkirchen (27)
  • Taufkirchen und Potzham (Gde. Taufkirchen) (28)
  • Furth (Gde. Oberhaching) und Potzham (Gde. Taufkirchen) (29)
  • Baierbrunn und Buchenhain (Gde. Baierbrunn) (30)
  • Starnberg und Pöcking (31)
  • Pöcking und Feldafing (32)
  • Feldafing und Garatshausen (Gde.Feldafing) (33)
  • Leoni (Gde. Berg) und Assenhausen (Gde. Berg) (34)
  • Aufkirchen (Gde. Berg) und Aufhausen (Gde. Berg) (35)
  • Berg und Kempfenhausen (Gde. Berg) (36)
  • Kempfenhausen (Gde. Berg) und Percha (Stadt Starnberg) (37)
  • Gauting und Königswiesen (Gde. Gauting) (38)
  • Stockdorf (Gde. Gauting) und Gauting (39)
  • Planegg und Martinsried (Gde. Planegg) (40)
  • Martinsried (Gde. Planegg) und München-Großhadern (41)
  • Martinsried (Gde. Planegg) und Gräfelfing (42)
  • Gräfelfing und Planegg (43)
  • Lochham (Gde. Gräfelfing) und München-Pasing (44)
  • Lochham (Gde. Gräfelfing) und München-Freiham (45)
  • Germering und München-Neuaubing (46)
  • Germering und Puchheim (47)
  • Geisenbrunn (Gde. Gilching) und Argelsried (Gde. Gilching) (48)
  • Inning a.Ammersee und Buch (Gde. Inning a.Ammersee) (50)
  • Buch (Gde. Inning a.Ammersee) und Breitbrunn (Gde. Herrsching a.Ammersee) (51)
  • Herrsching a.Ammersee und Lochschwab (Gde. Herrsching a.Ammersee) (52)
  • Schondorf a.Ammersee und Utting a.Ammersee (53)
  • Utting a.Ammersee und Holzhausen (Gde. Utting a.Ammersee) (54)
  • Riederau (Markt Dießen a.Ammersee) und Sankt Alban (Markt Dießen a.Ammersee) (55)
  • Fürstenfeldbruck und Puch (Stadt Fürstenfeldbruck) (56)
  • Fürstenfeldbruck und Emmering (57)
  • Maisach und Gernlinden (Gde. Maisach) (58)
  • Olching und Eichenau (59)
  • Eichenau und Puchheim (60)
  • Olching und Gröbenzell (61)
  • München-Lochhausen und Gröbenzell (62)
  • München-Allach und Karlsfeld.(63)
  • Rothschwaige (Gde. Karlsfeld) und Karlsfeld (64)
  • Günding und Mitterndorf (Stadt Dachau) (65)
  • Deutenhofen (Gde. Hebertshausen) und Ampermoching (Gde. Hebertshausen) (66)
  • Kaufering und Landsberg a.Lech (67)
  • Grafing und Grafing-Bahnhof (Stadt Grafing b.München) (69)
  • Schöngeising und Fürstenfeldbruck (71)
  • Dietersheim (Gde. Eching) und Forschungsinstitute Garching (Stadt Garching b.München) (73)
     

5  Siedlungstätigkeit

5.1  Wohnsiedlungstätigkeit, Freizeitwohngelegenheiten

G 5.1.1
Auf die Ausweisung und Bereitstellung von ausreichendem Wohnbauland und eine bedarfsgerechte jährliche Bereitstellung von Wohnraum soll hingewirkt werden.

G 5.1.2
Die finanziellen und rechtlichen Instrumente zur Schaffung und zum Unterhalt preiswerter Wohnungen sollen vordringlich eingesetzt werden.

G 5.1.3
Zur Versorgung der ortsansässigen Bevölkerung mit angemessenem Wohnraum sollen verstärkt Einheimischenmodelle angewendet werden.

G 5.1.4
Es soll darauf hingewirkt werden, daß in den Wohnsiedlungsgebieten ausgewogene und integrationsfähige Sozialstrukturen entstehen oder erhalten bleiben.

G 5.1.5
Wohnungsnahe Versorgungs- und Freizeiteinrichtungen sollen geschaffen werden.

Z 5.1.6
Im Stadt- und Umlandbereich München, in der Fassung des Landesentwicklungsprogramms Bayern 2006, dürfen überwiegend eigengenutzte Freizeitwohnanlagen sowie Campingplätze mit einem überwiegenden Anteil an Dauercamping nicht errichtet werden. In den übrigen Teilen der Region können solche Anlagen nur dann errichtet werden, wenn:

  • die Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes und die Erholungsmöglichkeit in der Landschaft sowie erhaltenswerte Landschaftsteile nicht beeinträchtigt werden
  • Uferzonen von Gewässern in ausreichender Breite freigehalten und freier Zugang des Ufers für die Allgemeinheit gewährleistet wird
  • sie möglichst im Zusammenhang bebauter Gemeindeteile oder in Anbindung daran liegen
  • die vorgesehene Bebauung zur Größe und Ausstattung der Gemeinde in einem angemessenen Verhältnis steht
  • der Raum nicht siedlungs- und verkehrsmäßig überlastet wird
  • eine ordnungsgemäße Abwasser- und Abfallbeseitigung erfolgt.
     

5.2  Gewerbliche Siedlungstätigkeit

G 5.2.1
Eine ausgewogene gewerbliche Siedlungstätigkeit soll eine vielfältige Betriebsgrößen-, Branchen- und Arbeitsplatzstruktur ermöglichen, die Anpassung der Wirtschaftsunternehmen an sich wandelnde Anforderungen erleichtern und zur nachhaltigen Sicherung von Industrie- und Gewerbegebieten beitragen.

G 5.2.2
Bei Betrieben mit spezifischen Standortanforderungen, insbesondere des Produzierenden Gewerbes, ist auf deren Ansiedlung an betriebsspezifisch geeigneten Standorten hinzuwirken. Einer Verdrängung durch konkurrierende Nutzungen, vor allem auch durch Einzelhandelsgroßprojekte, soll entgegengewirkt werden.

G 5.2.3
Für überörtlich bedeutsame Transport-, Lager-, Großhandels- und Zulieferbetriebe mit hohem Flächenbedarf sowie Güterverteil- und Entsorgungsanlagen mit hohem Wirtschaftsverkehrsaufkommen und geringer Arbeitsplatzdichte, insbesondere im Stadt- und Umlandbereich des großen Verdichtungsraumes München, soll Flächenvorsorge getroffen werden. Hierzu sollen Standorte:

  • mit leistungsfähigem Straßenanschluss und möglichst auch Schienenanschluss
  • in räumlicher und zeitlicher Nähe zu den wichtigsten Verkehrszielen und -quellen
  • außerhalb von Bereichen mit entgegenstehenden Schutzbestimmungen oder Festlegungen:

gesichert und entwickelt werden.

G 5.2.4Bei der Ausweisung und Bebauung größerer Gewerbe- und Industriegebiete sollen auch gemeindeübergreifende Lösungen angestrebt werden. 2


2 siehe B II Z 2.1 Z 5.2.5

Neuansiedlungen von Verwaltungen, Büronutzungen und anderen tertiären Arbeitsstätten sollen vordringlich an Standorten in städtebaulich integrierten Lagen 3 mit ÖPNV-Anschluss erfolgen. Zur Definition des Begriffs "städtebaulich integrierte Lagen" wird auf den Grundsatz B IV G 2.4.1.1 verwiesen.


3 Gemäß Beschluss des Planungsausschusses des Regionalen Planungsverbands München am 20.07.1999.
 

6 Fluglärmschutzbereiche zur Lenkung der Bauleitplanung

6.1
Für die Flughäfen mit Strahlflugbetrieb Lechfeld, Oberpfaffenhofen und München werden Lärmschutzbereiche zur Lenkung der Bauleitplanung ausgewiesen.Lage und Abgrenzung bestimmen sich nach der Karte 2 "Siedlung und Versorgung" i.M. 1: 100.000 sowie nach der Karte 2 „Siedlung und Versorgung" – Lärmschutzbereich für den militärischen Flugplatz Fürstenfeldbruck Tektur 2, der Tekturkarte zur Karte 2 „Siedlung und Versorgung" – Lärmschutzbereich für den Flughafen München-Riem, Karte 2 "Siedlung und Versorgung" –- Lärmschutzbereich für den militärischen Flugplatz Erding Tektur 1 und Karte 2 "Siedlung und Versorgung" –  Lärmschutzbereich für den militärischen Flugplatz Lechfeld Tektur 1, jeweils i.M. 1: 100.000, die Bestandteil dieses Regionalplanes sind.

6.2
In den Lärmschutzbereichen der Flughäfen Lechfeld, Oberpfaffenhofen und München werden für die Bauleitplanung die Zonen A, B und C mit folgenden Kriterien  für die noch zulässige bauliche Nutzung festgesetzt:

  • Zone A mit einem fluglärmbedingten äquivalenten Dauerschallpegel von mehr als 72 dB(A) bei Verkehrsflughäfen und von mehr als 75 dB(A) bei Militärflugplätzen und dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen. Hier sollen gewerbliche Flächen für solche Betriebe oder öffentliche Einrichtungen zulässig sein, die mit dem Betrieb des Flughafens oder Flugplatzes im unmittelbaren Zusammenhang stehen oder die selbst erhebliche Lärmimmissionen aufweisen.
  • Zone B mit einem fluglärmbedingten äquivalenten Dauerschallpegel von mehr als 67 dB(A) bis 72 dB(A) bei Verkehrsflughäfen und von mehr als 67 dB(A) bis 75 dB(A) bei Militärflugplätzen und dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen. Hier soll uneingeschränkte gewerbliche und industrielle Nutzung zulässig sein.
  • Zone C mit einem fluglärmbedingten äquivalenten Dauerschallpegel von mehr als 62 dB(A) bis 67 dB(A). Diese Zone wird zusätzlich in eine innere Teilzone Ci und in eine äußere Teilzone Ca unterteilt.:

Die Teilzone Ci umfasst den Bereich von 64 dB(A) bis 67 dB(A). Die Teilzone Ca umfasst den Bereich von 62 dB(A) bis 64 dB(A). In der Zone C soll zusätzlich die Darstellung von Wohnbauflächen in Flächennutzungsplänen bzw. die Ausweisung von Wohngebieten in Bebauungsplänen zur Abrundung vorhandener Wohnbebauung zulässig sein. In der Teilzone Ci soll die Abrundung nur zur Schließung von Baulücken dienen.Abweichungen von den vorstehenden Nutzungsbeschränkungen sind im Einzelfall zulässig, wenn mit hinreichender Sicherheit festgestellt werden kann, dass die für das Ziel B II 6.1 vorausgesetzte Lärmbelästigung nicht mehr eintreten und der Lärmschutzzweck nicht mehr beeinträchtigt wird.

6.3
Von den Nutzungskriterien gemäß B II 6.2 kann in den in  B II 6.3.1 bis B II 6.3.3 genannten Gebieten abgewichen werden. Sofern dort nicht weitergehende Ausnahmeregelungen vorgesehen werden, sind im Rahmen der Bauleitplanung in diesen Gebieten zulässig:

  • In der Zone Ca die Darstellung von Wohnbauflächen und die Ausweisung von Wohngebieten,
  • in der Zone Ci zur Abrundung vorhandener Wohnbebauung die Darstellung von Wohnbauflächen und die Ausweisung von Wohngebieten
  • in der Zone B zur Schließung von Baulücken die Darstellung von Wohnbauflächen und die Ausweisung von Wohngebieten.

6.3.1
Lärmschutzbereich des militärischen Flugplatzes LechfeldAusnahmen von den Nutzungsbeschränkungen sollen für die weitere Siedlungsentwicklung in folgenden Gemeindebereichen ermöglicht werden:

In der Gemeinde Scheuring in den Gebieten:

  • Am südwestlichen Ortsrand
  • Am Friedhof
  • Am Mühlbach
  • Am nordwestlichen Ortsrand.

6.3.2
Lärmschutzbereich des Sonderflughafens OberpfaffenhofenAusnahmen von den Nutzungsbeschränkungen sollen für die weitere Siedlungsentwicklung in folgenden Gemeindebereichen ermöglicht werden:

In der Gemeinde Weßling in den Gebieten:

  • Rosenstraße Süd, im Osten Oberpfaffenhofens
  • Südlich der St 2068, im Nordosten Oberpfaffenhofens
  • Südlich der Ettenhofener Straße, südlich des Ortszentrums von Oberpfaffenhofen
  • Südlich der Straße Im Kesselboden, im Süden Oberpfaffenhofens
  • Oberpfaffenhofen, Gebiet südöstlich der Straße nach Hochstadt
  • Oberpfaffenhofen-Nord, nördlich des Ortszentrums von Oberpfaffenhofen
  • Nördlich des Hirtackerwegs, am südöstlichen Ortsrand von Oberpfaffenhofen.

6.3.3
Lärmschutzbereich des Flughafens MünchenAusnahmen von den Nutzungsbeschränkungen sollen für die weitere Siedlungsentwicklung in folgenden Gemeindebereichen ermöglicht werden:

In der Gemeinde Haimhausen in dem Gebiet:

  • Haimhausen Ost (W 3 Grundfeld).

In der Gemeinde Neufahrn b.Freising in den Gebieten:

  • Hauptort Neufahrn, Max-Anderl-Straße/Bgm.-Herpich-Straße/Freisinger Weg
  • Mintraching westlich der Kirchenstraße, südlich des Ortsrandes zur Errichtung eines Kindergartens.

In der Gemeinde Eitting in dem Gebiet:

  • Am östlichen Ortsrand.

6.4
Auf eine nachhaltige Verringerung der Lärmbelastung durch Flugbetrieb soll hingewirkt werden.Die Lärmbelastungen durch den Flughafen München sollen nachts so gering wie möglich gehalten werden.

6.5
Auf eine Reduzierung der Lärmschutzbereiche, insbesondere um den Flughafen München, ist langfristig hinzuwirken.

Begründung zu Kapitel B II