Regionalplan München - Ziele und Grundsätze

B III Freizeit und Erholung

Begründung zu Kapitel B III

1  Allgemeine Grundsätze zu Freizeit und Erholung

G 1.1
Das vorhandene Freizeit- und Erholungsangebot sowie die attraktive Erholungslandschaft der Region München sollen nachhaltig gesichert und weiterentwickelt werden.

G 1.2
Das Entwicklungspotenzial des regionalen Freizeitmarktes soll unter Berücksichtigung der Belastungsgrenzen von Verkehrsinfrastruktur und Umwelt bedarfsgerecht gesichert und ausgeschöpft werden. Die verschiedenen Freizeitangebote sollen aufeinander abgestimmt werden und der Bevölkerung eine abwechslungsreiche Erholung und Freizeitgestaltung ermöglichen.

G 1.3
Im Sinne einer umweltschonenden Erholungsnutzung sollen durch geeignete Maßnahmen Belastungen von Natur und Landschaft vermieden werden.
 

2  Infrastrukturelle Erschließung

G 2.1
Die infrastrukturelle Erschließung der Erholungslandschaft der Region München soll weiterentwickelt und verbessert werden. Dazu sollen insbesondere für die Naherholung in den Freiräumen zwischen den Siedlungsbereichen örtlich und überörtlich abgestimmte Konzepte erstellt und umgesetzt werden.

Z 2.2
Die Wander- und Radwandermöglichkeiten in der Region sollen weiter ausgebaut und verbessert werden, durch

  • stärkere, flächendeckende Vernetzung und gegenseitige Abstimmung der Wege
  • Verknüpfung der Wander- und Radwanderwege mit Haltepunkten des öffentlichen Personennahverkehrs
  • Anlage von Parkplätzen an den Ausgangspunkten bevorzugter Wege
  • ein möglichst einheitliches Erscheinungsbild
  • sichere Wegeführung

Z 2.3
Rad- und Wanderwege sollen unter Berücksichtigung ökologischer Belange gesichert und ausgebaut werden.

Z 2.4
Innerörtliche Grünflächen sollen durch ein großräumiges Wegenetz an die umgebende Landschaft angebunden werden.

G 2.5
Bei geeigneten Teilabschnitten von Wanderwegen soll die Schaffung und Weiterentwicklung zu Informations- und Themenpfaden in Betracht gezogen werden.
 

3  Allgemeine Festlegungen zu Freizeit- und Erholungseinrichtungen

G 3.1
Die Ausstattung der Unterzentren, der Siedlungsschwerpunkte, der Mittelzentren, des möglichen Oberzentrums Freising und des Oberzentrums München mit Freizeit- und Erholungseinrichtungen soll so ergänzt und verbessert werden, dass die nicht unmittelbar auf die freie Natur angewiesenen Aktivitäten vor Ort befriedigt werden können.


G 3.2
Neue Freizeit- und Erholungseinrichtungen, die an besondere Infrastruktur- einrichtungen gebunden sind, sollen bevorzugt in Gebieten mit geringer ökologischer Qualität angelegt werden.
 

4  Spezifische Festlegungen zu Freizeit- und Erholungseinrichtungen

4.1  Golfplätze und Reitsportanlagen

Z 4.1.1
Golfplätze sollen als landschaftliche Golfplätze angelegt werden.

Dabei

  • sollen die golfsportlich genutzten Flächen möglichst die Hälfte der Gesamtfläche nicht übersteigen
  • soll die Gestaltung des Platzes besonderen ökologischen und natur- räumlichen Anforderungen entsprechen
  • soll die Zugänglichkeit für Wanderer und Radfahrer gewährleistet bleiben.

Z 4.1.2
Bei der Neuplanung von Reiterhöfen soll ein Netz von ausgeschilderten Reitwegen nachgewiesen werden, die nicht mit Wander- oder Radwander- wegen zusammenzulegen sind.
 

4.2  Freizeitgroßprojekte1

G 4.2.1
Zur Attraktivitätssteigerung und zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit mit vergleichbaren Räumen soll in der Region München eine zielgruppenorientierte Weiterentwicklung einzelner, bereits vorhandener Freizeitangebote zu Freizeitgroßprojekten  sowie auch eine Neuerrichtung möglich sein.

G 4.2.2
Die Ausweisung von Flächen für Freizeitgroßprojekte soll sich an der bestehenden und vor allem der zu erwartenden Belastung der Verkehrsinfrastruktur und an den Auswirkungen auf die Umwelt, das Landschafts- und Ortsbild, sowie den soziokulturellen und ökonomischen Effekten orientieren.

Z 4.2.3
Freizeitgroßprojekte sollen auf städtebaulich integrierte Lagen2 des Oberzentrums München, des möglichen Oberzentrums Freising, der Mittelzentren und nachrangig auch auf städtebaulich integrierte Lagen einzelner Siedlungsschwerpunkte gelenkt werden. Eine Abweichung davon soll nur möglich sein, wenn

  • es sich um großflächige Einrichtungen handelt (z.B. Freizeitpark), die städtebaulich nicht integrierbar sind, und
  • die umgebende Raum- und Nutzungsstruktur nicht entgegensteht.

Z 4.2.4
Freizeitgroßprojekte sollen an leistungsfähige Netze des öffentlichen Personennahverkehrs und des Individualverkehrs angebunden werden.


1 Definition eines Freizeitgroßprojektes in Anlehnung an das von der LH München in Auftrag gegebenen Gutachten der Arbeitsgruppe DWIF und Büro Dr. Schemel „Regionaler Freizeitmarkt München - Entwicklungspotenziale und Standortkriterien für Freizeitgroßprojekte“. München, 2001: „Bei einem Freizeitgroßprojekt handelt es sich um eine Einrichtung, die innerhalb eines Komplexes eine Vielzahl von Frei-zeitaktivitäts-, Unterhaltungs- und Gastronomieeinrichtungen bietet, die auch mit Handels- und Dienstleistungsangeboten kombiniert sein können.“ 
2 Zur Definition des Begriffs „städtebaulich integrierte Lagen“ wird auf den Grundsatz B IV G 2.4.1.1 verwiesen.
 

5  Festlegung und Entwicklung von Erholungsräumen

Zur Sicherung und Entwicklung der Erholungsnutzung werden folgende Erholungsräume festgelegt:

1 Dachauer Hügelland (Donau-Isar-Hügelland) mit Glonntal
2 Nördliches Ampertal mit Hebertshauser und Inhauser Moos einschließlich Moosgebiete um Badersfeld und Riedmoos (nördliches Dachauer Moos)
3 Moos- und Heidegürtel nördlich der Landeshauptstadt München zwischen Ober- und Unterschleißheim, Eching und Garching b. München
4 Freisinger Moos mit Kranzberger- und Freisinger Forst
5 Hallertau mit Ampertal bei Kranzberg, Kirchdorf und Haag a.d. Amper
6 Isartal
7 Erdinger Moos zwischen Speichersee und Flughafen, München Nord-Ost
8 Strogental
9 Erdinger Holzland
10 Östliches Isen-Sempt-Hügelland (südliches Isental, Goldachtal und dazwischen liegende Moränenzüge)
11 Östliches Inn-Chiemsee-Hügelland mit Atteltal
12 Westliches Inn-Chiemsee-Hügelland mit Glonntal, Moosachtal, Stein- und Kastensee
13 Waldgürtel im Süden und Osten von München mit Kreuzlinger Forst, Forst Kasten, Forstenrieder Park, Perlacher- und Grünwalder-, Deisenhofener-, Hofoldinger-, Höhenkirchener- und Ebersberger Forst
14 Fünf-Seen-Land
15 Graßlinger Moos
16 Südliches Ampertal
17 Südliches Lechtal und Moränenhügelland zwischen Lech und Ammersee mit Windachtal
18 Nördliches Lechtal
19 Süd-Westlicher Landkreis Landsberg am Lech

G 5.1
In diesen Erholungsräumen sollen Naherholungsprojekte gefördert und die
touristischen Angebote besser vermarktet und in Wert gesetzt werden.

Z 5.2
In allen Teilräumen der Region München sind gut erreichbare überörtliche Erholungsgebiete zu errichten und aufzuwerten.
(Vgl. die Karte mit den Erholungsflächen der Landkreise und des Vereins zur Sicherstellung überörtlicher Erholungsgebiete in den Landkreisen um München e.V., die dem Regionalplan beiliegt.)

Z 5.3
Für die Nah- und Kurzzeiterholung sind die innerstädtischen Grün- und Freiflächen der Landeshauptstadt München durch ein attraktives Fuß- und Radwegenetz mit den Erholungsgebieten im Stadtumlandbereich zu verbinden.

Begründung zu Kapitel B III