Ziele und Grundsätze

 
   Kapitel B I Sicherung und Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen - Begründung

Datum des Inkrafttretens (B I 1):
15. Februar 1998


 


 

Hinweise:

  • Die vorliegenden Auszüge ersetzen nicht die Originalversion des Regionalplans München, die allein verbindlich ist.
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 Regionalplan München - Teil B - Begründung


 Zu I Sicherung und Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen - Begründung


 Inhaltsverzeichnis


 Zu 1 Natur und Landschaft
 Zu 1.1 Landschaftliches Leitbild
 Zu 1.2 Landschaftliche Vorbehaltsgebiete
 Zu 1.2.1 Ausweisung
 Zu 1.2.2 Sicherungs- und Pflegemaßnahmen
 Zu 1.2.3 Schwerpunkte der Landschaftsentwicklung
 
 Fortsetzung s. nächste Seite
 Zu 1.3 Besonders bedeutsame Teile von Natur und Landschaft
 Zu 1.3.1 Naturschutzgebiete
 Zu 1.3.2 Flächenhafte Naturdenkmäler und Landschaftsbestandteile
 Zu 1.4 Erhaltung und Gestaltung der Landschaft
 
 Zu 2 Wasserwirtschaft s. nächste Seite
 

 Zu 1.1 Landschaftliches Leitbild


 Zu 1.1.1

zum ZielIn der Region München werden Umwelt- und Lebensqualität in besonderem Maße von der begrenzten Belastbarkeit des Naturhaushalts bestimmt. Deshalb ist der Sicherung von Natur und Landschaft besonders in der engeren Verdichtungszone des großen Verdichtungsraums München erhebliche Bedeutung beizumessen. Aus der dichten Besiedlung des Oberzentrums München ergeben sich zusätzliche Umweltkonflikte. Daher kommt den bestehenden und aktivierbaren innerstädtischen Grün- und Freiflächen und ihren Verbindungen mit den großflächigen, außerhalb des Stadtgebiets gelegenen regionalen Grünzügen und landschaftlichen Vorbehaltsgebieten grundlegende Bedeutung zu.

Der schnelle Strukturwandel in der Region München hat eine starke bauliche Verdichtung und den Verlust naturnaher Landschaftsteile zur Folge. Die hohe Zuwanderung in die Region München und die damit verstärkte Inanspruchnahme von Freiflächen für Siedlungszwecke hat in der Regel Vorrang vor den Belangen von Natur und Landschaft gehabt. Dabei wurden ökologische Zusammenhänge sehr häufig nur unzureichend beachtet. Dies führte zu Störungen im Gleichgewicht der Natur. Die Ursachen sind vor allem im starken Wachstum des motorisierten Individualverkehrs mit einer dadurch ausgelösten Ausweitung der Straßenflächen zu sehen. Die Ausweitung der Wohn- und Gewerbegebiete, der vermehrt notwendig gewordenen Infrastruktureinrichtungen und großflächiger Freizeitanlagen verstärkte diese Entwicklung noch. Dies hat in Teilbereichen der Region zu einer starken Verarmung der Natur mit einem auffallenden Rückgang der Tier- und Pflanzenarten geführt.

Die Erhaltung der Umwelt- und Lebensqualität wird von den natürlichen Lebensgrundlagen Boden, Wasser und Luft sowie deren Regenerationskraft bestimmt. Diese wirken in sehr komplizierten vernetzten Ökosystemen zusammen und können auf Eingriffe durch den Menschen sehr nachteilig reagieren.

Zur Sicherung und Erhaltung der natürlichen Ressourcen sowie zur Stabilisierung des Naturhaushalts trägt ein zusammenhängendes System von Grünzügen und Freiflächen entscheidend bei. Es umfaßt die bedeutenden naturnahen Lebensräume, wie z.B. die Flußniederungen von Isar, Amper, Lech und Würm sowie Teile des Fünfseen-Gebietes, das Gleißental und den Ismaninger Speichersee sowie weitflächig zusammenhängende Waldgebiete im großen Verdichtungsraum München.


 Zu 1.1.2

zum ZielDer ländliche Raum der Region ist im Gegensatz zu weiten Teilen des großen Verdichtungsraums noch nicht so stark zersiedelt und verfügt über stärkere Regenerationskräfte. Durch die Verlagerung von problembehafteten Einrichtungen und durch großräumige Schadstoffverfrachtung aus dem Verdichtungsraum in den ländlichen Raum ist auch hier die Gefahr tiefgreifender Beeinträchtigungen des Naturhaushalts gegeben.

Eine wichtige Funktion des ländlichen Raums ist es, die Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen durch Erhaltung eines stabilen Naturhaushaltes nachhaltig zu sichern. Dazu ist es nötig, der zunehmenden ökologischen Verarmung durch die Erhaltung von naturnahen Landschaftsteilen entgegenzuwirken.
Der hohe Anteil der vom Aussterben besonders bedrohten Pflanzen und Tiere macht deutlich, wie zwingend die Sanierung von Landschaftsschaden ist, wie sie u.a. durch die Gewinnung von Bodenschätzen, durch Auffüllungen oder andere Grund und Boden in Anspruch nehmende Maßnahmen entstanden sind. Diese Sanierung kann sowohl eine Rekultivierung der Flächen, z.B. durch Auffüllung mit nachfolgender Begrünung, als auch eine Renaturierung, d.h. eine weitgehende Überlassung der Flächen an die Natur, beinhalten.

Eine abwechslungsreiche, vielfältig genutzte Landschaft, die die breite Skala möglicher Lebensgemeinschaften und Standorttypen enthält, ist auch für die ökologische Stabilität von grundlegender Bedeutung. Im ländlichen Raum kann durch deren Sicherung auch ein Ausgleich dafür geschaffen werden, daß in den stärker verdichteten Bereichen des großen Verdichtungsraumes München die Bewahrung eines stabilen Naturhaushaltes in weit stärkerem Maß durch städtisch-industrielle Nutzungen erschwert ist.

Eine breite Biotop- und Artenvielfalt kann sich am günstigsten in den Gebieten mit natürlichen und naturnahen Ökosystemen entwickeln. In weiten Teilen des ländlichen Raumes sind diese Systeme noch zur Selbstregulation fähig. Sie bedürfen jedoch vor allem in den ausgeräumten Landschaftsteilen der Ergänzung und Stabilisierung durch Biotope, die sich möglichst netzartig über den gesamten Raum erstrecken sollen. Die pflegliche Behandlung der Biotope dient hier insbesondere der Erhaltung der natürlichen Regelungskräfte und einer abwechslungsreichen, vielgestaltigen Naturausstattung.


 Zu 1.1.3

zum ZielDie offenen Vegetationsflächen in der engeren Verdichtungszone des großen Verdichtungsraums München sind vielfach die einzigen noch verfügbaren Flächen für weitere Wohn- und Gewerbegebietsausweisungen, Verkehrsbauten und für sonstige Infrastruktureinrichtungen. Da jedoch hier die nur noch wenig vorhandenen naturnahen Vegetationsflächen entscheidend zur Erhaltung der Lebensqualität, der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren sowie ;ur Stabilisierung des Naturhaushaltes beitragen, ist diese Flächeninanspruchnahme stets äußerst sorgfältig mit den Belangen des Natur- und Umweltschutzes abzuwägen. Bei unabweisbaren Flächenansprüchen ist deshalb dafür Sorge zu tragen, daß an den angrenzenden Vegetationsflächen möglichst wenig Schaden entsteht.


Inhaltsverzeichnis

 Zu 1.2       Landschaftliche Vorbehaltsgebiete


 Zu 1.2.1    Ausweisung


 Zu 1.2.1.1

zum ZielDie Region München hat Anteil an zehn verschiedenen naturräumlichen Haupteinheiten. Ihre Grenzen verlaufen teilweise innerhalb zusammenhängender Landschaften mit jeweils gleichen charakteristischen Merkmalen. So läuft z.B. die Grenze zwischen den naturräumlichen Haupteinheiten »Münchener Ebene« und »Donau-Isar-Hügelland« im Ampertal und die Grenzlinie zwischen dem »Fürstenfeldbrucker Hügelland« und den »Iller-Lech-Schotterplatten« im Lechtal.

Zur regionsspezifischen Gliederung werden deshalb weitgehend in sich gleichartig strukturierte Gebiete als Landschaftsräume abgegrenzt (siehe Karte B I 1.2.2 Landschaftsräume, i.M. 1:500.000). Innerhalb dieser Landschaftsräume liegen Gebiete, in denen dem Schutz von Natur und Landschaft besondere Bedeutung zukommt. Für diese landschaftlichen Vorbehaltsgebiete werden Sicherungs- und Pflegemaßnahmen bestimmt.

Die landschaftlichen Vorbehaltsgebiete umfassen insbesondere:

  • Gebiete, die bereits gemäß Art. 10 BayNatschG unter Schutz gestellt und mit Geboten und Verboten in Rechtsverordnungen ausgestattet sind;
  • Gebiete mit besonderer Schutzwürdigkeit, die bei Gefährdung von den Landkreisen und kreisfreien Städten als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen werden (vgl. Art. 45 Abs. 1 (3) BayNatSchG);
  • Sonstige Gebiete, in denen den Belangen des Naturhaushalts, des Landschaftsbildes, des Artenschutzes und der Erhaltung zwar eine besondere Bedeutung zukommt, die aber nicht zwingend bereits jetzt mit Geboten und Verboten belegt werden müssen.

 Zu 1.2.1.2

zum ZielDen landschaftlichen Vorbehaltsgebieten fällt vor allem die Aufgabe zu, die ökologische Stabilität in der Region nachhaltig zu sichern und eine schnelle Regeneration der durch die verschiedensten Nutzungsansprüche belasteten Kulturlandschaft zu ermöglichen. Sie sind ökologische Ausgleichsräume und als Lebensräume standorttypischer Tiere und Pflanzen deren Rückzugs- und Regenerationsräume. Darüber hinaus dienen diese Gebiete in besonderem Maße dazu, das Naturerlebnis des Menschen zu erhöhen und die Verbundenheit mit der Natur zu fördern.

Die landschaftlichen Vorbehaltsgebiete stehen überwiegend in einem räumlichen Zusammenhang und zeigen einen weitgehend artenreichen Pflanzen- und Tierbestand. Deshalb kommt in diesen Gebieten der Sicherung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts sowie der Erhaltung und Gestaltung der Landschaftsbilder besondere Bedeutung zu. Hierzu zählen der Schutz und die Pflege von Flora und Fauna. Dazu ist hier eine standortangepaßte Bewirtschaftung des Bodens besonders angezeigt.

Da der Lebensraum vieler standortspezifischer Tier- und Pflanzenarten in der Region bereits erheblich eingeschränkt wurde, ist in diesen Gebieten von einer stärkeren Siedlungstätigkeit künftig abzusehen. Dabei sind besonders die gewachsenen Siedlungsstrukturen zu beachten und die Identität des Raumes zu bewahren. Privilegierte Bauvorhaben im Außenbereich, wie z.B. Aussiedlergehöfte, sollen sich an landschaftstypischen Bauformen orientieren und harmonisch in das Landschaftsbild einfügen, um den hier übergeordneten ökologischen Zielsetzungen zu entsprechen.


 Zu 1.2.2    Landschaftliche Vorbehaltsgebiete


zum ZielGemäß ihrer unterschiedlichen Eigenart, Charakteristik und somit unterschiedlichen Sicherungs- und Pflegebedürftigkeit sind entsprechende Sicherungs- und Pflegeziele für die einzelnen landschaftlichen Vorbehaltsgebiete erforderlich. Sofern Rechtsverordnungen von den Landkreisen für die Ausweisung von Landschaftsschutzgebieten, flächenhaften Naturdenkmälern und Landschaftsbestandteilen ausgearbeitet werden, sind diese Sicherungs- und Pflegemaßnahmen zu beachten und zu übernehmen.


 Zu 1.2.2.01  Landschaftsraum Lech-Schotterplatten


 Zu 1.2.2.01.1

zum ZielDer südwestlichste Teil des Landkreises Landsberg a. Lech mit dem Denklinger Rotwald, dem Sachsenrieder Forst, dem Iglinger Wald und Wessobrunner Wald, dem Höhenzug Stock-Engratshofen, den Tälern, den aufgestauten Großweihern und den Moränenrücken ist ein ausgedehnter, landschaftlich und ökologisch wertvoller Raum mit bedeutenden Vorkommen seltener Pflanzen und Tiere. Eingelagert sind zahlreiche Biotope. Durch den regen Wechsel von Wald, Wiese, Wasser und Moor besitzt dieses Gebiet eine hohe natürliche Attraktivität, die möglichst unverändert erhalten werden sollte.


 Zu 1.2.2.01.2

zum ZielDer Stoffersberg ist ein bewaldeter Moränenrücken und als höchste Erhebung in diesem Gebiet das landschaftliche Wahrzeichen des Landkreises Landsberg a. Lech.

Die Singold zählt zu den natürlichen Bachläufen der Region. Das gesamte Tal dient in vielfältiger Weise als natürliche Ausgleichsfläche.


 Zu 1.2.2.02 Landschaftsraum Lechtal


 Zu 1.2.2.02.1

zum ZielDer Talraum des Lechs von Kinsau bis Landsberg a. Lech gehört mit zu den ökologisch wertvollsten und landschaftlich attraktivsten Flußstrecken in der Region. Die Vielgestaltigkeit ist insbesondere gekennzeichnet durch Auwaldreste, Hangwälder, Steilufer und Stauseen mit Weichholzauen. Der rege Wechsel dieser Landschaftselemente macht die südliche Flußstrecke zu einem besonders schützenswerten Landschaftsteil. Folgende drei Teilflächen sind deshalb zur Ausweisung als Naturschutzgebiet vorgeschlagen (s. B I 1.3.1.2): Lechtal mit Leitenwäldern bei Apfeldorf, Auwald bei Mundraching, Hangwald nördlich Mundraching. Besondere Bedeutung kommt dabei der Flußteilstrecke bei Apfeldorf/Kinsau als Rückzugs- und Lebensraum für sehr selten gewordene Pflanzen und Tiere zu.


 Zu 1.2.2.02.2

zum ZielDie unterhalb von Landsberg a. Lech gelegenen Lechniederungen umfassen Auwälder, nicht oder wenig belastbare Uferzonen, Verlandungszonen in den Seichtwässern der Stauseen, Heideflächen auf Schotterterrassen und naturnahe Trockenwaldbestände an den Lechsteilhängen.‘ Diese außerordentlich wertvollen naturnahen Landschaftselemente tragen erheblich zur vielgestaltigen und attraktiven Landschaft in diesem Teil der Region bei.

Das an die Lechauen angrenzende Westerholz liegt am Rande des waldarmen Lechfelds und besitzt insbesondere Erosionsschutzfunktion.


 Zu 1.2.2.03 Landschaftsraum Landsberger Platte


 Zu 1.2.2.03.1

zum ZielDer Verlorene Bach trägt mit seinem Grünlandanteil seinen vereinzelten Hecken und Gehölzen auf der Landsberger Platte erheblich zum Schutz vor Bodenerosion bei. Der Altmoränenhang bei Epfenhausen ist ein natürliches seltenes Landschaftselement.


 Zu 1.2.2.03.2

zum ZielDas Quellgebiet der Paar liegt in einem Schmelzwasserbachtal eines entwässerten Niedermoors mit kleinen Moorresten. Diese naturnahen Landschaftsteile haben insbesondere für die angrenzenden Flächen mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung eine bedeutsame ökologische Ausgleichsfunktion. Das Grünland und ein möglichst durchgehend bepflanzter Bachlauf können hier in hohem Maße zur Stabilisierung und zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts beitragen.

Im Bereich der Ortsteile Egling und Heinrichshofen hat das landschaftliche Vorbehaltsgebiet „Quellgebiet der Paar" Funktionen für den Hochwasserschutz, den Naturschutz und das Ortsbild. Aus diesem Grund soll beidseits der Paar ein 20 m breiter Streifen freigehalten werden."


 Zu 1.2.2.04 Landschaftsraum Hochmoore im Fürstenfeldbrucker Hügelland


 Zu 1.2.2.04.1

zum ZielDas Haspelmoor ist der einzige rißeiszeitliche Hochmoorrest im Fürstenfeldbrucker Hügelland. Es umfaßt Torfstiche und ökologisch wertvolle Regenerationsflächen. Aufgrund von landeskulturellen Maßnahmen ist das Moor in seinem Gesamtbestand gefährdet. Zur Erhaltung und Verbesserung der Grundwasserverhältnisse wurden die letzten intakten Hochmoorreste zur Ausweisung als Naturschutzgebiet vorgeschlagen (s. B I 1.3.1.2).


 Zu 1.2.2.04.2

zum ZielDas Wildmoos östlich Moorenweis ist ein von Tortstichen durchsetzter rißeiszeitlicher Flach-Zwischenmoorrest, der als wertvolles Feuchtbiotop im weitgehend intensiv genutzten Fürstenfeldbrucker Hügelland Rückzugsraum für bedrohte Pflanzen und Tiere ist.


 Zu 1.2.2.05 Landschaftsraum Täler im Dachauer Hügelland


 Zu 1.2.2.05.1

zum ZielDie Auenniederung der Glonn wird weitgehend intensiv landwirtschaftlich genutzt. Sie enthält jedoch noch wertvolle Reste von Streuwiesenkomplexen sowie eine naturnahe bachbegleitende Ufervegetation mit reicher Krautschicht, mit Erlen, Eschen und Weidengebüschen. Der Steinfurter- und der Roßbach sind landschaftsbestimmende offene Wiesentäler mit hohem Erlebniswert. Das gesamte naturnahe Bachsystem, das durch Hecken, flur- und bachbegleitende Gehölze anzureichern ist, trägt entscheidend zur Stabilisierung und Sicherung des Naturhaushalts bei. Aufforstungen sollten hier nur als Mischwald erfolgen.


 Zu 1.2.2.05.2

zum ZielEs handelt sich um naturnahe Wiesentäler mit Schilfbeständen und daran angrenzende Hangwälder, die von hoher ökologischer Bedeutung für das überwiegend landwirtschaftlich intensiv genutzte Dachauer Hügelland sind.


 Zu 1.2.2.05.3

zum ZielDer Oberlauf der Ilm mit seinen angrenzenden Wiesen, Bruchwaldresten und weitgehend intakten Wald rändern ist ein abwechslungsreicher, ökologisch bedeutsamer Talraum im Donau-Isar-Hügelland. Besonders wertvoll und schutzwürdig ist die Talstrecke zwischen Pipinsried und Michelskirchen.


 Zu 1.2.2.05.4

zum ZielDas Ilmtal südlich Steinkirchen ist ein stark bewegter, abwechslungsreicher Teil der Ilmniederung. Diese setzt sich im Landkreis Pfaffenhofen a.d. Ilm (Region Ingolstadt) fort und ist dort bereits unter Landschaftsschutz gestellt worden.


 Zu 1.2.2.06 Landschaftsraum Ampertal


 Zu 1.2.2.06.1

zum ZielDie Amper zählt zu den größeren Flüssen der Region. Sie zeigt in ihrem Verlauf vereinzelt noch ursprüngliche, naturnahe Züge und wird nahezu auf ihrem gesamten Lauf von Au- und Bruchwäldern sowie daran angrenzenden Streuwiesen begleitet.

Das international bedeutsame Feuchtgebiet der oberen Amper ist ein wichtiger Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen. Die teilweise den Fluß begleitenden, mit Mischwald bewachsenen Steilhängen sind charakteristische, den Landschaftsraum besonders prägende Landschaftselemente.


 Zu 1.2.2.06.2

zum ZielDie im mittleren Ampertal, nördlich und südlich des Mittelzentrums Dachau, standortgemäße Tier- und Pflanzenwelt ist aufgrund der Stadtnähe spürbar bedroht und daher besonders zu sichern. Das Fußberger und das Palsweiser Moos sind bedeutsame Feuchtbiotope am Südrand des Donau-lsar-Hügellandes und Rückzugsraum für selten gewordene Tiere wie z.B. Kiebitz, Brachvogel, Schnepfe. Ebenso ist das Emmeringer Hölzl als artenreicher Auenwald ein wirksames Vogelrückzugsgebiet. Zur Erhaltung der Lebensräume der ansässigen Pflanzen und Tiere kommt hier für die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Fläche nur eine standortgerechte Nutzung in Frage.


 Zu 1.2.2.06.3

zum ZielDas untere Ampertal ist mit seinen weitausgreifenden Niederungen ein besonders wichtiger ökologischer Ausgleichsraum im Donau-Isar-Hügelland. Um diese Funktion zu erhalten, sollte hier auf jedwede Bautätigkeit verzichtet werden.


 Zu 1.2.2.07 Landschaftsraum Dachauer und Freisinger Moos


 Zu 1.2.2.07.1

zum ZielDieser überwiegend am westlichen Stadtrand von München gelegene Landschaftsteil ist für die Sicherung der ökologischen und stadtklimatischen Lebensbedingungen der Einwohner im Oberzentrum von erheblicher Bedeutung. Zu den Resten der frühen Besiedlung dieses Raums zählen die Keltische Viereckschanze und eine mittelalterliche Burgstallanlage.


 Zu 1.2.2.07.2

zum ZielDas Graßlfinger und das Dachauer Moos sind geprägt durch einen hohen Grünlandanteil, kleine Torfstiche sowie Weiden- und Birkengruppen. Sie kennzeichnen das Landschaftsbild im Norden von München und sind Lebensraum für feuchtbiotopgebundene Pflanzen und Tiere. Daneben besteht für dieses Gebiet aufgrund seiner Lage in der engeren Verdichtungszone im großen Verdichtungsraum München und seiner Struktur, vor allem mit einer zum Teil ausgeprägten kleinteiligen Parzellierung und seiner kleinräumigen landschaftlichen Gliederung eine erhebliche Gefahr der Zersiedelung und einer ungeordneten Freizeitnutzung.


 Zu 1.2.2.07.3

zum ZielDie nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen innerhalb des Moosgebiets tragen Restbestände der einst typischen Vegetationsdecke des Dachauer Mooses. Bei einer Reduzierung der noch vorhandenen Hecken und bachbegleitenden Grünstrukturen in Verbindung mit der Änderung der standortgerechten landwirtschaftlichen Nutzung, besteht verstärkt die Gefahr der Erosion und des Nährstoffaustrags in die Gewässer. Mit der Erhaltung der herrschenden Grundwasserverhältnisse wird der typische Vegetationsbestand gesichert.

Durch den vom Oberzentrum München ausstrahlenden Siedlungsdruck im Umland ist auch eine verstärkte Gefährdung durch den Flächenverbrauch für Wochenendsiedlungen gegeben. Damit verbunden sind Parzellierungen, Einzäunungen, standortfremde Pflanzen und Gehölze, Grundwasserverunreinigungen und Störungen von heimischen Tieren sowie Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes.

Die räumliche Streuung von Kleingärten im gesamten Gebiet trägt zu einer Beeinträchtigung des Grundwassers und des Landschaftsbildes bei. Im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen soll dieser Streuung entgegengewirkt werden.

Unberührt von der besonderen Gewichtung für Natur und Landschaft bleiben Sicherungs- und Erschließungsmaßnahmen (wie z.B. Feuerwehrhaus, Kanalisation, Autobahnanschluß) für die Siedlungselemente und für die Verkehrsinfrastruktur in Badersfeld und Riedmoos,

Bei den Vorranggebieten für die Gewinnung von Bodenschätzen im Bereich von landschaftlichen Vorbehaltsgebieten kommt den Belangen von Natur und Landschaft bei der Festlegung der Nachfolgefunktion besondere Bedeutung zu. Außerhalb von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten für die Gewinnung von Bodenschätzen soll in den landschaftlichen Vorbehaltsgebieten Kiesabbau nicht stattfinden.


 Zu 1.2.2.07.4

zum ZielDas Freisinger Moos ist ein weitgehend ausgeräumter Grünlandraum mit hohem Grundwasserstand. Als naturnahes Element ist es wichtiger Bestandteil der Münchener Schotterebene. Der im Nordwesten parallel zum tertiären Hügelland verlaufende Steilhang ist eine weithin einsehbare landschaftsprägende Terrasse.

Kiesabbauvorhaben sollten nur als Erweiterung bereits bestehender Gruben zugelassen und anschließend zu Landschaftsseen oder Biotopen ausgebaut werden. Durch Anpflanzung von Feldgehölzen können die ausgeräumten Teile der Landschaft wiederbelebt und ökologisch stabilisiert werden.


 Zu 1.2.2.07.5

zum ZielDas zusammenhängende große Waldgebiet im Westen und Norden von Freising besitzt eine erhebliche Bedeutung als Naherholungsraum sowie für die Verbesserung der klimatischen Verhältnisse im nahen Mittelzentrum und dient als Rückzugsgebiet für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Der natürliche Waldmantel ist ein wichtiges Landschaftselement. Er ist für die Erhaltung des Landschaftsbilds und den Erholungswert dieses Raums von besonderer Bedeutung.


 Zu 1.2.2.08 Landschaftsraum Wälder und Heiden im Norden Münchens


 Zu 1.2.2.08.1

zum ZielDer Münchener Norden ist besonders arm an Wäldern und landschaftsgliedernden Elementen. Der Schutz und die Sicherung der bestehenden Waldanteile ist deshalb hier vordringlich. Mit der Mehrung der Waldflächen und der Anreicherung der Landschaft durch Hecken, Alleen und Feldgehölze wird die klimatische Ausgleichsfunktion und landschaftliche Attraktivität im Münchener Norden erhöht. Darüber hinaus sind die hier vorhandenen naturnahen Halbtrockenrasen von hoher Bedeutung und bilden zusammen mit den noch vorhandenen und neu aufzubauenden Wäldern den tragenden Bestandteil des regionalen Grünzugs »Grüngürtel Münchener Norden«.


 Zu 1.2.2.08.2

zum ZielBeim Mallertshofer Holz handelt es sich um einen erhaltenswerten Kiefernbestand mit Heiderestflächen im Münchener Norden. Die Waldung mit ihrer Bodenvegetation ist ein herausragendes Landschaftselement und für den Schutz heimischer Tier- und Pflanzenarten von außerordentlicher Bedeutung. Die vorhandenen Halbtrockenrasen sind naturschutzfachlich wertvoll und in besonderem Maße schützenswert.


 Zu 1.2.2.08.3

zum ZielDas Echinger Gfild stellt die Verbindung zwischen dem Freisinger Moos und den Isarauen her. Es ist Bestandteil des regionalen Grünzugs Hebertshauser Moos / Inhauser Moos / Freisinger Moos. Eine stärkere Durchgrünung unter Berücksichtigung der Entwicklung von Heidewiesen in diesem Gebiet in dem auch die zwei kleinflächigen Naturschutzgebiete Echinger Lohe und Garchinger Heide liegen, verbessert die ökologische Stabilisierung dieses Landschaftsraumes.


 Zu 1.2.2.09 Landschaftsraum Isartal


zum ZielDie generelle Aufhöhung der Wasserführung der Isar dient nicht nur zur Verbesserung der wasserwirtschaftlichen Verhältnisse, sondern trägt auch zur Erhöhung der biologischen Reinigungskraft der Isar erheblich bei (s. Wasserwirtschaftlicher Rahmenplan Isar).


 Zu 1.2.2.09.1

zum ZielDie Isarauen südlich von München sind ein Landschaftsraum von hoher Attraktivität für die Naherholung. Darüber hinaus besitzen sie Bedeutung für die Vegetation, die Fauna und prägen das Landschaftsbild.

Die Qualität der lsarau- und Leitenwälder steigt von Norden nach Süden deutlich an. Sowohl die Baum- und Strauch- als auch die Krautschicht sind in den südlichen Bereichen besonders dicht. Der Übergang vom Auwald zu den Leitenwäldern, die auf quellhorizontreichen Hängen wachsen, ist fließend.

Der Bewirtschaftung der Wälder ist die natürliche Vegetation zugrunde zu legen, weil sie hier noch besonders vielfältig ist. Auch die vorhandenen Altarme, Quellbäche und Feuchtflächen weisen noch eine Vielzahl von Tierarten auf.

Aufgrund der starken Belastung durch die Erholungsnutzung ist das Isartal besonders stark gefährdet. Insbesondere das Isarbett mit seinen Steilhängen im Abschnitt bis Schäftlarn sollte unberührt erhalten bleiben. Dieses Gebiet wurde deshalb zur Ausweisung als Naturschutzgebiet vorgeschlagen (s. B I 1.3.1.2).


 Zu 1.2.2.09.2

zum ZielDas Isartal im Stadtgebiet von München ist ein besonders wertvolles landschaftliches Element, das zur Erhaltung und Verbesserung der Umweltqualität erheblich beiträgt. Diese Teilstrecke der Isar ist auch das Kernstück des regionalen Grünzugs »Isartal«. Zur Erhaltung und Sicherung der Frischluftzufuhr und der natürlichen Flußdynamik ist die Freihaltung dieser Gebiete von jeglicher weiterer Bebauung vordringlich.


 Zu 1.2.2.09.3

zum ZielDie Isar zwischen München und Freising bestimmt in erheblichem Umfang das Landschaftsbild im Norden von München. Die potentielle natürliche Vegetation der Baum-, Strauch- und auch der Krautschicht ist hier z.T. noch in einem sehr guten Erhaltungszustand. Besonders die Bodenvegetation weist eine große Artenvielfalt auf. Daneben ist dieses Gebiet auch Lebensraum und Rückzugsgebiet seltener Tiere.

Grundsätzlich soll in diesem landschaftlichen Vorbehaltsgebiet auf Kiesabbau verzichtet werden.
Das Vorranggebiet für Kies und Sand stellt eine Ausnahme dar, die auf einer positiven landesplanerischen Beurteilung basiert. Die Neubegründung von 2 ha Auwald ist eine der zu berücksichtigenden Maßgaben der landesplanerischen Beurteilung.

Eine standortgerechte, extensive Nutzung trägt der Sicherung des Lebensraums Rechnung.


 Zu 1.2.2.09.4

zum ZielDer Flußabschnitt zwischen Freising und Moosburg a.d.Isar stellt mit seinem Reichtum an seltenen Pflanzen und Tieren ein ökologisch besonders wertvolles Gebiet dar. Der Kernraum zwischen Hangenham und Moosburg a.d. Isar mit seinen floristisch, ornithologisch und faunistisch wertvollen Teilflächen, soll deshalb als Naturschutzgebiet gesichert werden (s. B I 1.3.1.2).


 Zu 1.2.2.10 Landschaftsraum Erdinger Moos und Viehlaßmoos


 Zu 1.2.2.10.1

zum ZielDer Speichersee bei Ismaning ist mit seinem Uferbereich in seiner Gesamtheit ein international bedeutsames Rast- und Brutbiotop für Wasser- und Sumpfvogel. Aufgrund dieser herausragenden ökologischen Bedeutung wurde er als Vogelfreistätte eingestuft und zur Ausweisung als Naturschutzgebiet vorgeschlagen (s. B I 1.3.1.2). Die Niedermoorbereiche im südlichen Ismaninger Raum sind wertvolle, von der Landwirtschaft noch standortgerecht genutzte ökologische Ausgleichsräume. Bei den Waldflächen handelt es sich um die letzten im Nordosten von München vorhandenen Waldkomplexe. Aufgrund ihrer Lage in einer weitgehend ausgeräumten Flur kommt diesen Landschaftselementen eine besonders hohe Bedeutung zur Stabilisierung des Naturhaushalts zu. Diese Wirkung kann durch die vorgesehene Neuanpflanzung und Verdichtung bestehender Flurgehölze noch verstärkt werden.


 Zu 1.2.2.10.2

zum ZielDas schwerpunktmäßig südlich des Flughafens München gelegene Gebiet ist als Ausgleichsfläche für den Flughafen von herausragender Bedeutung und von daher naturnah zu erhalten. Wesentliche Elemente zur Bereicherung des Landschaftsbildes sind die in einem ehemaligen Niedermoor wachsenden, aus Eichen und Hainbuchen aufgebauten Laubwaldinseln.

Bei dem Zengermooswald handelt es sich um einen großflächigen, naturnahen Birkenwald, der dem südlichen Teil des Erdinger Mooses ein charakteristisches Landschaftsgepräge gibt. Die übrigen Waldreste, bisher noch weitgehend Fichtenmonokulturen, sind bedeutsame gliedernde Landschaftselemente. Innerhalb des Erdinger Mooses - insbesondere im Goldachmoos (Unterföhringer Moos) - befinden sich ausgezeichnete Streuwiesen und Sukzessionsflächen auf abgetorften Niedermoorbereichen. Auf diesen Flächen ist eine außerordentliche Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten festzustellen. Die abgetorften Niedermoorflächen sind in jüngster Zeit verstärkt durch Auffüllmaßnahmen und Überführung in landwirtschaftliche Nutzung gefährdet. Hecken und bachbegleitende Grünelemente tragen wesentlich zur Stabilisierung des Bodenhaushalts, zur Verhinderung der Erosion und auch zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit bei.


 Zu 1.2.2.10.3

zum ZielDas Viehlaßmoos ist ein Gebiet, welches sich durch einen hohen floristischen und faunistischen Reichtum auszeichnet. Es ist Rückzugsgebiet für vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Teile dieses Gebiets wurden deshalb bereits als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Eittinger Moos umfaßt Sekundärbestände der Kalkflachmoore mit Sukzessionsstadien zum Erlenbruchwald und beinhaltet vielfältige wertvolle naturnahe Teilflächen. Diese bilden u.a. den Lebensraum für Amphibien und den selten gewordenen Großen Brachvogel. Teile dieses Gebietes sollen deshalb als Naturschutzgebiet »Eittinger Weiher« gesichert werden (s. B I 1.3.1.2). Zur nachhaltigen Sicherung dieser Gebiete kommt der Erhaltung der Baum- und Strauchvegetation sowie der Grundwasserverhältnisse im Vorfeld erhebliche Bedeutung zu.


 Zu 1.2.2.10.4

zum ZielDie Sempt repräsentiert in diesem Teilstück einen in der Region nur noch selten vorkommenden Landschaftstyp. Der mäandrierende Bachlauf mit seinem Einzugsbereich ist ein wertvolles Feuchtbiotop und der Lebensraum für die wasserbezogene Pflanzen- und Tierwelt. Der Erhaltung der Grundwasserverhältnisse ist daher besonderes Gewicht beizumessen. Abbauflächen von Kies und Sand mit verbleibendem Wasseraufschluß sind deshalb kleinflächig zu halten und nicht für Freizeitnutzungen bereitzustellen.


 Zu 1.2.2.11 Landschaftsraum Täler im Erdinger Raum


 Zu 1.2.2.11.1

zum ZielSempt und Schwillach bilden naturnahe charakteristische Talauen. An die großen teils mäandrierenden Bachläufe grenzen artenreiche Streuwiesen mit seltenen und geschützten Pflanzen. Zur Sicherung dieses naturnahen Gebiets zählen von daher insbesondere die Erhaltung des Grünlandes, der Bachtäler und der Talhänge.


 Zu 1.2.2.11.2

zum ZielDas Strogntal umfaßt ein stark verästeltes mäandrierendes Bachsystem mit kleineren Quellgebieten. Die dazugehörigen Erlen- und Weidensäume, Naßwiesen, Schilf-und Seggenbestände sind von großem landschaftlichen Reiz.


 Zu 1.2.2.12 Landschaftsraum Erdinger Holzland


zum ZielZu diesem Landschaftsraum zählen neben der ViIs und der Isen die Seitenbäche Kaltenbach, Schinderbach, Loipinger Bach, Lappach und die Goldach. Bei diesen Fluß- bzw. Bachsystemen handelt es sich um stark landschaftsbestimmende Elemente im lsen-Sempt-Hügelland. Die Nebentäler der Isen sind überwiegend unregulierte, tief in die Altmoräne eingeschnittene Bachtälchen mit gutem Uferbewuchs. In der Talniederung herrscht Grünlandnutzung vor. Stellenweise bestehen noch Feuchtwiesen und gut erhaltene Bruchwaldreste. Zur Vermeidung von Landschaftsschäden ist auf den Abbau von Kies und Sand, insbesondere in den hochempfindlichen Bachtälern und an den in der Regel weit einsehbaren Talhängen, zu verzichten.


 Zu 1.2.2.13 Landschaftsraum Zweigbecken des Inn-Chiemsee-Hügellandes


 Zu 1.2.2.13.1

zum ZielDer Raum zwischen Bruck und Baiern enthält einen charakteristischen Ausschnitt der Grundmoränenlandschaft des lnn-Chiemsee-Hügellands mit dem typischen Zweigbecken des Brucker Mooses. Er beinhaltet etliche, für den Naturraum charakteristische, das Landschaftsbild prägende geomorphologische Gegebenheiten.

Die Moore und Moorwaldreste sowie das Grünland sind wesentliche, erhaltenswerte landschaftstypische Bestandteile dieses Zweigbeckens.


 Zu 1.2.2.13.2

zum ZielDas Aßlinger Moos stellt ein typisches Zweigbecken des lnn-Chiemsee-Hügellands dar. Die Aßlinger Filze, die Katzenreuther Filze und Teile des Aßlinger Mooses enthalten im Bereich ehemaliger Moore Torfstichgebiete mit Moorwäldern, denen eine erhebliche Biotopfunktion zukommt. Die landschaftliche Eigenart des Gebiets wird bestimmt durch den Wechsel von Grundmoränenlandschaft und Zweigbecken.

Bei dem Dobelgebiet handelt es sich um einen geomorphologisch bedeutsamen Landschaftsbestandteil von herausragender Schönheit und besonderer Eigenart.

Zur ökologischen Stabilisierung dieser reichgegliederten Landschaft tragen naturnahe Mischwälder, Hecken, flur- und bachbegleitende Gehölze bei.


 Zu 1.2.2.13.3

zum ZielDie Frauenneuhartinger Filze sind größere zusammenhängende Hochmoorfilze mit Torfstichen und Moorwäldern. Sie haben sich zu einem wesentlichen Rast- und Brutbiotop von Wasser- und Sumpfvögeln herausgebildet. Das Atteltal ist die einzige im Landkreis Ebersberg noch nicht ausgebaute Bachstrecke. Sie ergänzt das überwiegend im Landkreis Rosenheim (Region Südostoberbayern) gelegene Landschaftsschutzgebiet Atteltal.


 Zu 1.2.2.14 Landschaftsraum Endmoräne des Inn-Chiemsee-Hügellandes


 Zu 1.2.2.14.1

zum ZielDie Oberfläche des nördlichen Teils der Endmoräne des lnn-Chiemsee-Hügellands im Landkreis Ebersberg ist durch einen besonders reichen Wechsel von Hügel- und Hohlformen gekennzeichnet. Das landschaftliche Gefüge wird bestimmt durch einen raschen Wechsel von land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen, naturnahen Landschaftsteilen und nicht genutzten Biotopflächen. Die Weiherkette liegt in einem landschaftlich reizvollen kleinen Schmelzwasserrandtal der Ebersberger Rückzugsmoräne. Dieser Teil des Naturraums ist dem Ebersberger Forst im Osten und Südosten vorgelagert. Er ist gekennzeichnet durch kleinflächige Trockentäler, Toteiskessel und stärkeren Gefällanstieg zu den Gletscherschuttwällen.


 Zu 1.2.2.14.2

zum ZielDer südliche Teil der Endmoräne des lnn-Chiemsee-Hügellands reicht bis in den Ortsteil Helfendorf der Gemeinde Aying im Landkreis München. Die in diesem Gebiet herrschende kleinräumige Struktur ist gekennzeichnet durch einen raschen Wechsel von Wald, Ackerland, Wiesen und Weihern und ergibt einen landschaftlich außerordentlich reizvollen Raum. An den zahlreichen Wasserläufen hat sich eine wertvolle Flora und Fauna gebildet. Da hier vor allem die Amphibien besonders stark vertreten sind, ist dieses Gebiet vor Schaden aus Erholungsnutzung zu schützen.

Die östliche Hangkante des Urstromtals der Mangfall bildet den Übergang des südlichen Schotterfelds in die Endmoräne des lnn-Chiemsee-Gletschers. Als typisches unbebautes landschaftsgliederndes Element prägt es den Landschaftscharakter.


 Zu 1.2.2.15 Landschaftsraum Großforste der östlichen und südöstlichen Münchener Ebene


 Zu 1.2.2.15.1

zum ZielDer Ebersberger Forst ist die größte geschlossene Forstfläche Südbayerns und soll in seinem gesamten Umfang nicht geschmälert werden. Zur Verbesserung der Waldstruktur und Erhöhung seiner ökologischen Stabilität ist der in den letzten Jahren begonnene Einbau von Laubholzbeständen systematisch fortzuführen. Der umfangreiche teilweise lockere und vielgestaltige Waldmantel bildet zusammen mit den eingelagerten kulturhistorischen Denkmälern ein charakteristisches Landschaftsbild.


 Zu 1.2.2.15.2

zum ZielDie Hangkante südlich Poing bis Purfing markiert den Übergang von der Schotterebene zur Altmoräne und ist ein bedeutendes landschaftsprägendes Element. Für eine Bebauung sollte diese weit einsehbare landschaftliche Hauptleitlinie nicht in Frage kommen.


 Zu 1.2.2.15.3

zum ZielDie zusammenhängenden Wälder im Münchener Südosten und Süden umschließen die kulturhistorisch bedeutsamen Rodungsinseln und bilden ein in dieser Form einmaliges, landeskulturell bedeutsames Landschaftsbild. Dabei sind vor allem die naturnahen, stabilen Waldränder Lebensraum einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren.

Die Großforste tragen allein schon durch ihre Ausdehnung wesentlich zur Stabilisierung der klimatischen Verhältnisse und des Wasserhaushalts bei. Ebenso spielen sie für die Naherholung eine erhebliche Rolle. Das Gleißental mit dem Gleißentalweiher ist eines der Urstromtäler der Isar. Durch die Kombination von Moorflächen, freiem Wasser, Bachlauf und Leitenwäldern ist hier eine sehr hohe Artenvielfalt festzustellen. Die z.T. freistehenden Nagelfluhwände mit ihren geologischen Orgeln machen dieses Gebiet auch in dieser Hinsicht bedeutsam. Besonders schutzwürdig sind die Toteislöcher in der näheren Umgebung des Gleißentals. Sie weisen die besten Amphibienbestände dieses Landschaftsraums auf. Das Hachinger Tal als nördliche Festsetzung des Gleißentals ist besonders durch seine trompetenförmige Aufweitung des Talbodens von Süden nach Norden bedeutsam. In ihm findet sich auch die letzte größere vom Hachinger Bach durchflossene Feuchtfläche des gesamten Gebiets.

Zwischen den teilweise stark wachsenden Siedlungsgebieten sind zur Erhaltung der landschaftsräumlichen Identität Freiflächen zu sichern. Die Abbauflächen von Kies und Sand sind besonders sorgfältig wieder in die Landschaft einzufügen.


 Zu 1.2.2.16 Landschaftsraum Wälder im Münchener Süden


zum ZielDer Forstenrieder Park und der Forst Kasten liegen östlich, der Kreuzlinger Forst mit dem angrenzenden Unterbrunner Holz westlich der überregionalen Entwicklungsachse München - Starnberg. Es handelt sich um großflächige Fichtenforste mit den zugehörigen standorttypischen Waldgesellschaften.

Ein wesentliches Landschaftselement ist in diesem Raum der buchenbestandene Steilhang zwischen Stockdorf und Gauting. Darüber hinaus erhöhen die aufgelockerten Waldränder, die teilweise durch Laubhölzer, vor allem Eiche, angereichert sind, den Reiz dieses Landschaftsraums.

Die Großforste tragen aufgrund ihrer weitflächigen Ausdehnung wesentlich zur Sicherung und Stabilisierung der klimatischen Verhältnisse und des Wasserhaushalts in der engeren Verdichtungszone des großen Verdichtungsraums München bei. Diese Funktionen können die Großforste insbesondere dann vermehrt ausüben, wenn die derzeit noch weitgehend aus reinen Fichtenmonokulturen bestehenden Waldgebiete langfristig mit Laubhölzern durchsetzt werden.

Aufgrund ihrer Lage in unmittelbarer Nähe zu dicht besiedelten Gebieten der engeren Verdichtungszone des großen Verdichtungsraums München zählen die Wälder im Münchener Süden zu den am stärksten frequentierten Erholungsgebieten der Region. Besonderer Anziehungspunkt für die erholungssuchende Bevölkerung ist das Würmtal, das auch Teil eines regionalen Grünzugs ist (s. B II Z 4.2.2). Es besitzt eine wesentliche Bedeutung als Frischluftschneise. Die Freihaltung bzw. Freimachung der Uferbereiche von störender Bebauung ist zur Erhaltung und zur Verbesserung der kleinklimatischen Wirkungen sowie zur Sicherung der Erholungsfunktion notwendig.


 Zu 1.2.2.17 Landschaftsraum Fünfseen-Gebiet


 Zu 1.2.2.17.1

zum ZielDas landschaftliche Vorbehaltsgebiet »Starnberger See mit Ostufer« ist durch Fremdenverkehr und Naherholungsdruck stark belastet. In diesem Raum sind besonders schützenswert die ökologisch wertvollen Verlandungszonen wie z.B. der Karpfenwinkel bei Tutzing und das Südufer bei St. Heinrich. Diese Zonen tragen erheblich zur Reinhaltung des Wassers bei und haben als Fischlaichgebiete und Vogelbrutstätten besondere Bedeutung.

Zur Erhaltung des abwechslungsreichen parkähnlichen Landschaftsbilds mit seinen Mooren, Mischwäldern, Streuwiesen und Weiden ist eine stärkere Siedlungstätigkeit insgesamt und vor allem eine weitere Bebauung im Außenbereich zu vermeiden. Der Landschaftsgenuß wird in starkem Maße von der freien Zugänglichkeit der Uferabschnitte des Sees bestimmt. Ökologische Überlastungen sind hier noch nicht aufgetreten.


 Zu 1.2.2.17.2

zum ZielDie aus dem Starnberger See kommende Würm durchfließt eine in alteiszeitliche Schotter eingetiefte und von bewaldeten Hängen und Niederterrassen (Fichtenforste) begleitete Schlucht. Sie ist deshalb in ihrem naturnahen urwüchsigen Verlauf von jeder Beeinflussung zu schützen.

Das Leutstettener Moos ist reich an seltenen Pflanzen und Tieren und insbesondere Standort für vom Aussterben bedrohte Arten. Es wurde deshalb zur Ausweisung als Naturschutzgebiet vorgeschlagen (s. B I 1.3.1.2).


 Zu 1.2.2.17.3

zum ZielDie Landschaft zwischen dem Stamberger- und dem Ammersee südlich Herrsching ist geprägt durch markante Moränenrücken mit Osern und Drumlins sowie einem reichen und vielgestaltigen Wechsel von Wiesen, Wäldern und Wasserflächen. In weiten Teilen ist dieses Gebiet naturparkartig aufgebaut und besitzt einen hohen Erlebniswert. Die zahlreichen Wasserflächen, Bachläufe und Feuchtbereiche sind u.a. Lebensraum von Amphibien sowie Wasser- und Sumpfvögeln. Die Sicherung des Grünlandanteils, der Grundwasserverhältnisse sowie des hohen Anteils an kleinflächigen Biotopen ist daher von besonderer Bedeutung.

Zur Erhaltung der Landschaftscharakteristik ist besonders in diesem Gebiet eine Beschränkung aller Bau- und Siedlungstätigkeit auf die bereits im Zusammenhang bebauten Ortsteile erforderlich. Ferner ist auf gravierende Landschaftszerschneidungen durch Straßen, Energietrassen o.ä. zu verzichten.


 Zu 1.2.2.17.4

zum ZielDer Landschaftsteilraum um Ammersee, Wörthsee, Pilsensee und Weßlinger See zählt zu den attraktivsten Landschaften der Region. Aufgrund der außerordentlich hohen landschaftlichen Anziehungskraft ist dieser Raum insbesondere in den Sommermonaten überlastet. Zur Erhaltung der ökologischen Vielfalt sind von daher umfassende Ge- und Verbote notwendig.

Das Schluifelder und das Herrschinger Moos sind bedeutsame Feuchtgebiete mit einem besonders hohen Artenreichtum an Tieren und Pflanzen. Gleichzeitig sind diese Räume Rast- und Brutbiotope für vom Aussterben bedrohte Vogelarten. So wurde u.a. das Herrschinger Moos bereits als Naturschutzgebiet ausgewiesen und das Schluifelder Moos zur Ausweisung als Naturschutzgebiet vorgeschlagen (s. B I 1.3.1.1).


 Zu 1.2.2.17.5

zum ZielDas Ammersee-Westufer ist durch Einzelbäume, Baumgruppen und zusammenhängende Wälder reich gegliedert. Der Abwechslungsreichtum wird insbesondere durch die Dettenhofer Filze und Hälsle sowie das Obere und Untere Seeholz erhöht (s. B I 1.3.1.1). Der Enzianstandort auf den Wiesen bei Riederau wurde zur Ausweisung als Naturschutzgebiet vorgeschlagen (s. B I 1.3.1.2).

Das Höllbachtal ist ein besonders schutzwürdiges tief eingeschnittenes Bachtal mit vielen Quellhorizonten und einem reichen Laubmischwald.


 Zu 1.2.2.17.6

zum ZielDie Windach ist ein naturnaher Bachlauf und weist einen noch weitgehend intakten Ufersaum auf. Die steilen Hangkanten sind mit krautreichen Mischwaldbeständen überzogen.

Der Windachspeicher ist. ein als Hochwasserspeicher angelegter Flußeinstau mit großflächigen Seggen- und Staudenbeständen.

Die bislang meist als Grünland genutzten Flächen zeichnen sich durch eine Vielzahl, insbesondere für die Vogelwelt bedeutsamer Biotope aus. Das Gebiet um Hohenzell ist ein abwechslungsreiches, aus Mischwald, Mooren, Torfstichen, Tümpeln und Bruchwald aufgebautes Endmoränengebiet, das in den nur mit wenigen naturnahen Elementen ausgestatteten Fürstenfeldbrucker Raum reicht.


 Zu 1.2.2.17.7

zum ZielDas Gebiet um den Staatsforst Bayerdießen bietet eine hohe landschaftliche Vielfalt mit einem reich gegliedertem Relief und starkem Wechsel von Wald und offenen Fluren. Eindrucksvoll sind die abwechslungsreichen Landschaftsbilder. Das Gebiet um das Erlwiesfilz - Bremstauden - Am Eschenbächl, ist ein in der Grundmoränenzone des Ammersee-Gletschers gelegenes Bergkiefernhochmoor mit deutlichem Wipfelgefälle gegen das Moorinnere. Im Ostteil finden sich Flachmoorbildungen und typische Voralpen-Streuwiesen. Das Gebiet ist Regenerations- und Rückzugsraum stark gefährdeter oder im Aussterben begriffener Pflanzen und Tiere. Ein Teil wurde bereits deshalb unter Naturschutz gestellt (s. B I 1.3.1.1). Die angrenzenden Flächen sowie die Blindseefilze bei Gimmenhausen wurden zur Ausweisung als Naturschutzgebiet vorgeschlagen (s. B I 1.3.1.2).


 Zu 1.2.2.18 Landschaftsraum München


zum ZielZur Verbesserung der stadtklimatischen und ökologischen Verhältnisse sowie des Wohnumfelds sind die im Gebiet der Landeshauptstadt München noch vorhandenen naturnahen Elemente zu erhalten und zu sichern. Dabei sollten auch Mehrfachnutzungen möglich sein, z.B. landwirtschaftliche Nutzung und extensive Naherholung. Dazu sind die landschaftlichen Vorbehaltsgebiete im Stadtgebiet auch zugänglich zu gestalten. Hierbei sollten die bereits erkennbaren Freiraumachsen im Stadtgebiet vervollständigt werden. Zu Bestandteilen erhaltenswerter Landschaften sind auch Kleingartenanlagen und Friedhöfe zu zählen.

Die wenigen noch verbliebenen naturnahen Elemente, insbesondere das Bachlaufsystem im Stadtbereich einschließlich des Talzugs der Würm, tragen erheblich zur Verbesserung des Stadtklimas, der Frischluftzufuhr und der Siedlungsgliederung bei. Die innerstädtischen Waldflächen haben dabei eine besonders hohe Bedeutung zur Erhaltung der stadtklimatischen Verhältnisse. Der Talzug der Würm bietet aufgrund seiner Wasserführung günstige Voraussetzungen für den Ausbau zu einem mikroklimatisch besonders wirksamen Grünzug. Daher wurde er auch als regionaler Grünzug ausgewiesen (s. B II 4.2.2). Die historischen Alleen und Freiräume des Nymphenburger Parks sind als ein bedeutsamer Bestandteil städtischer Vegetationsflächen zu sichern.



 Zu 1.2.3    Schwerpunkte der Landschaftsentwicklung


 Zu 1.2.3.1

zum ZielIn den landschaftlichen Vorbehaltsgebieten werden Handlungsschwerpunkte für die Entwicklung der Landschaft aufgezeigt; während die Ausweisung der landschaftlichen Vorbehaltsgebiete auf Erhaltung und Schutz abzielt, soll durch die Schwerpunkte der Landschaftsentwicklung die Sanierung und Entwicklung von Naturraumpotentialen und von Freiraumfunktionen gestärkt werden.

Aufbauend auf dem Gutachten Münchener Norden erfolgt die Bestimmung der Schwerpunkte der Landschaftsentwicklung in diesem Untersuchungsraum. Das Gutachten hat die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Landschaftssanierung und -entwicklung in diesem hochbelasteten Teilraum aufgezeigt.

Im fachübergreifenden Konzept für das Umland des Flughafens München wird die freie Landschaft in der ökologischen Risikoabschätzung als Tabufläche eingestuft. Für die Siedlung bestehe hier kein Handlungsspielraum.

Diese Bereiche sind umgeben von städtisch geprägten Wohnschwerpunkten, von Gewerbegebieten sowie vom Sondergebiet Wissenschaft und Forschung; aufgrund dieser Situierung handelt es sich bei den Freiräumen quasi um ein Naherholungsgebiet im Siedlungsraum.

Die siedlungsnahen Freiräume erfüllen hier einerseits orts- und wohngebietsbezogene Erholungsfunktionen; andererseits verbinden und erweitern sie die regionalen Grünzüge „Isartal", „Grüngürtel München-Nord" und „Hebertshauser Moos / Inhauser Moos / Freisinger Moos".

Die Siedlungstätigkeit in den Nordgemeinden (Wohnen, Gewerbe, Hochschule) und die verbesserte Erreichbarkeit infolge des U-Bahn-Baus erhöhen den Nutzungsdruck und die Nachfrage auf die freie Landschaft; durch angemessene Entwicklungskonzepte sollte darauf reagiert werden.


 Zu 1.2.3.2

zum ZielDie Sanierung und Entwicklung von Naturraumpotentialen und Freiraumfunktionen soll durch interdisziplinäre Konzepte und koordinierte Maßnahmen erreicht werden. ökologisch und siedlungsstrukturell notwendige Freiräume sollen gesichert und vernetzt werden; die Freiräume sind als eigenständige Strukturelemente innerhalb des Siedlungsgefüges zu begründen.

Freiräume in ausreichender Dimension und mit entsprechenden ästhetischen, ökologischen und sozialen Qualitäten sind die Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung im Stadt- und Umlandbereich.

Die Freiräume im Münchener Norden haben besondere Bedeutung für die Naherholung wegen ihrer landschaftlichen Vorzüge und wegen ihrer Nähe zu größeren Siedlungseinheiten.

Die Entwicklung der Freiflächen ist gebunden an deren Zugänglichkeit und Erreichbarkeit, Die Anbindung mit Mitteln des öffentlichen Personennahverkehrs ist durch die S-Bahn und Busse gegeben und hat sich durch die Verlängerung bestehender U-Bahn-Linien verbessert; eine Verknüpfung mit dem bestehenden Rad- und Fußwegenetz soll hergestellt werden. Die innere Erschließung der Gebiete sollte den unterschiedlichen Funktionen angemessen sein.

Eine Grundausstattung mit landschaftsgerecht gestalteten Infrastruktureinrichtungen, wie z.B. markierten Wegen, Parkplätzen, Schutzhütten und Aussichtspunkten sollte erfolgen, eine Übererschließung ist jedoch zu vermeiden.

Somit soll in den Schwerpunkten der Landschaftsentwicklung eine ästhetisch ansprechende und funktional vielfältige Erholungslandschaft, die auf den Besonderheiten des Gebietes aufbaut, geschaffen werden.


 Zu 1.2.3.3

zum ZielDas Konzept zielt auf ein gleichberechtigtes Neben- und Miteinander von Erholung, Naturschutz und ordnungsgemäßer Land- und Forstwirtschaft ab. Der Zusammenhang von Naturausstattung und Erholungseignung soll deutlich gemacht werden, indem die freiraumgebundene Erholungsvorsorge, der Biotop- und Artenschutz sowie der Schutz der natürlichen Ressourcen und eine standortgerechte Land- und Forstwirtschaft koordiniert werden.

Naturschutzfachlich bedeutsame Flächen im dicht besiedelten Stadt- und Umlandbereich München sind gleichermaßen wichtig für den Schutz und die Sicherung der biotischen und abiotischen Ressourcen, wie für die siedlungsnahe Erholung und nicht oder nur begrenzt ersetzbar,

Es gilt, die konkurrierenden Nutzungsansprüche zu integrieren und im Rahmen der zentralörtlichen Daseinsvorsorge für die stadt- und ortsnahe Erholung Freiräume in der direkten Umgebung des Oberzentrum München, der Siedlungsschwerpunkte Eching, Unterschleißheim, Oberschleißheim, Garching b. München, Ismaning und Unterföhring entsprechend auszustatten.

Erholungssuchende bevorzugen die kleinteilig gegliederte Landschaft; im Münchener Norden sind in dieser Hinsicht gerade die Naturschutzgebiete attraktiv. Die relativ strukturarmen, landwirtschaftlich genutzten Flächen stellen derzeit keine Alternative für die Erholungsnutzung dar.

Das Konfliktfeld Naturschutz/Erholung kann durch die Aufwertung der Erholungswirksamkeit der stadtnahen landwirtschaftlichen Flächen und darauf aufbauender besucherlenkender Maßnahmen entschärft werden. Naturschutzfachlich wichtige Flächen sind durch eine Lenkung der Besucherströme ständig oder zeitweise freizuhalten.

Die Besucherlenkung soll weniger durch Verbote, als durch das Angebot reizvoller Alternativen erfolgen. Durch die Anlage eines ausgefeilten Wegenetz es, mit Anlaufpunkten, ist eine Entzerrung der Erholungsnutzung und die Verteilung auf ein größeres Gebiet anzustreben. Die Situierung von Parkplätzen ist ebenfalls ein geeignetes Instrument, um die Besucherströme zu kanalisieren.

Die noch freie, unbesiedelte Landschaft ist jedoch nicht nur für die naturverträgliche Erholungsnutzung zu schützen, zu pflegen und nachhaltig zu entwickeln, sondern sie soll auch für land- und forst-wirtschaftliche Nutzungen vorgehalten werden.

Langfristige Konzepte für die Kooperation mit der Land- und Forstwirtschaft müssen entwickelt werden.

Der Produktionscharakter der Land- und Forstwirtschaft soll in jedem Fall erhalten werden; Landschaftspflegemaßnahmen sollen auf Sonderflächen beschränkt bleiben, vorrangiges Ziel ist die Entwicklung einer standortgerechten Landnutzung.

Die Optimierung und Anpassung der landwirtschaftlichen Nutzung an die ökologischen Zielsetzungen im Rahmen einer ordnungsgemäßen Landwirtschaft ist beabsichtigt.


 Zu 1.2.3.4

zum ZielSchwerpunkte der Landschaftsentwicklung sind dort ausgewiesen worden, wo in Bereichen mit wertvollem Biotoppotential eine stark zunehmende Beanspruchung der Freiräume zu beobachten oder zu erwarten ist. Unterschiedliche, wenn nicht konträre Ansprüche von Naturschutz, Erholung und Siedlungsentwicklung liegen vor und müssen zusammengeführt werden. Durch überörtliche Lösungsansätze ist eine ökologisch besonders sensible Entwicklung anderer Nutzungen durchaus möglich.

Die Schwerpunkte der Landschaftsentwicklung sind in Karte 3 Landschaft und Erholung Landschaftliche Vorbehaltsgebiete Tektur 3 i. M. 1 : 100.000 zeichnerisch erläuternd dargestellt.


 Zu 1.2.3.4.1

zum ZielDas Schwarzhölzl mit umgebenden Moosgebiet gehört mit anderen kleinen Moorwäldchen zu denjenigen Waldgebieten mit artenreicher Krautschicht, die als Rest einer naturnahen Landschaftsstruktur (Dachauer Moos) erhalten und gesichert werden müssen.

Die Unterschutzstellung der ökologischen Kernzonen der Moorwäldchen und Niedermoore als Naturschutzgebiet ist erfolgt.

Das landschaftsökologische funktionsräumliche Leitbild des fachübergreifenden Konzepts für das Umland des Flughafens München, weist das Dachauer Moos als Funktionsraum für Natur- und Klimaschutz aus.

Die Erfordernisse der Erholungsnutzung, der standortgerechten Landwirtschaft und des Naturschutzes müssen hier aufeinander abgestimmt werden. Neben Wegegeboten bzw. Betretungsverboten in besonders hochwertigen und störanfälligen Bereichen des Naturschutzgebietes können nutzungsextensivierte Randstreifen und Aufenthaltsflächen an Hauptspazierwegen sowie entsprechende Informationen Lösungsansätze sein.


 Zu 1.2.3.4.2

zum ZielDer Wald und die Heiden um Mallertshofen stellen ein abwechslungsreiches Mosaik von Eichen-Kiefernwäldern und Labkraut-Eichen-Hainbuchenwäldern, Weiden und wertvollen Heideflächen dar. Hier finden sich zahlreiche Pflanzen- und Tierarten der Roten Liste. Die Relikte der ehemals ausgedehnten Heiden sind heute in ihrem Bestand extrem bedroht. Das „Mallertshofer Holz mit Heiden" ist seit dem 01.11.1995 als Naturschutzgebiet nach Art. 7 BayNatschG geschützt.

Die Landschaft um Mallertshofen wird im fachübergreifenden Konzept für das Umland des Flughafens München als Funktionsraum für Boden- und Grundwasserschutz sowie für den Klimaschutz ausgewiesen. Die Anliegergemeinden, die Landkreise München und Freising sowie der Bezirk Oberbayern haben sich im Heideflächenverein e.V. zusammengeschlossen und ein landschaftsplanerisches Konzept zur Entwicklung der Heiden im Norden Münchens erstellen lassen. Dieses Konzept ist als abgestimmte, koordinierte Maßnahme Grundlage der Landschaftsentwicklung. Die fachlichen Belange des Naturschutzes werden in diesem Konzept mit den Erholungsansprüchen der Bevölkerung abgestimmt.

Im Mallertshofer Holz soll eine naturnahe Waldbewirtschaftung beibehalten werden. Bei der standortgerechten Neuanlage von Wald ist eine Aufforstung von Heidewiesen zu vermeiden..

Entstehen soll eine abwechslungsreiche, kleinteilige Heide-/Waldlandschaft. Durch allenfalls locker verteilte Gehölzstrukturen kann ein weiträumig gegliedertes Landschaftsbild erhalten und entwickelt werden.

Wald und Heiden um Mallertshofen sind von Garching b. München, Eching, Oberschleißheim und Unterschleißheim aus fußläufig zu erreichen; Anziehungspunkte sind vor allem die Waldränder und die baumbestandenen Magerwiesen um die Kirche. Die Erholungsnutzung konzentriert sich in diesen hochwertigen Bereichen.

Um eine Entlastung für die naturschutzfachlich wichtigen Bereiche zu schaffen, sollen Erholungseinrichtungen außerhalb dieser Bereiche. (also Z.B. am südöstlichen Rand des NSG's) geschaffen werden.

Die Hüteschafhaltung und die ordnungsgemäße Landbewirtschaftung ist in den Randbereichen zulässig.


 Zu 1.2.3.4.3

zum ZielDas Naturschutzgebiet „Echinger Lohe" ist ein Eichen- Hainbuchenwald mit seltenen Pflanzenarten in der Krautschicht; das Naturschutzgebiet „Garchinger Heide" ist ein Halbtrockenrasen mit vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten.

Beide Naturschutzgebiete sind vor allem aufgrund zu geringer Arealgröße bedroht.

Der Erhalt und die Sanierung der Lebensraumqualität wird erreicht durch die Arrondierung der Echinger Lobe sowie der Garchinger Heide und durch die Ausweisung breiter Pufferflächen um die Naturschutzgebiete mit allenfalls extensiver landwirtschaftlicher Nutzung.. Vordringlich ist die Reduzierung des Eintrags von Düngemitteln und Pestiziden aus den angrenzenden Nutzflächen.

Als Funktionsraum für Boden-, Grundwasser- und Klimaschutz wird dieser Bereich im landschaftsökologischen funktionsräumlichen Leitbild des fachübergreifenden Konzepts für das Umland des Flughafens München festgelegt.

Für die Entwicklung und Gestaltung des Gebiets um die Echinger Lohe, Garchinger Heide und das Mallertshofer Holz ist im Auftrag des Heideflächenvereins e.V.. ein detailliertes landschaftsplanerisches Konzept erarbeitet worden.. Im landschaftsplanerischen Konzept zur Entwicklung der Heiden im Norden Münchens wird das erforderliche Maßnahmenbündel dargelegt.

Um die ökologisch wertvollen Heide- und Waldflächen vom Erholungsverkehr zu entlasten, sollen die Besucher in die unempfindlichen Randzonen des Heidegebietes und vor allem in die siedlungsnahen Gebiete gelenkt werden.. Durch eine attraktive Wegeführung, durch das Angebot von Anlaufpunkten bzw. die Anlage von Hindernissen können die Erholungssuchenden von empfindlichen Räumen abgelenkt werden, ohne daß die Einsichtnahme gänzlich verhindert wird.

Inhaltsverzeichnis

 Zu 1.2.3.4.4

zum ZielDie Isaraue im Münchener Norden erstreckt sich entlang der Isar im Bereich zwischen München und Neufahrn b. Freising sowie zwischen der B 12. und der ST 2053. Die Isaraue hat durch Wasserableitung ihre natürliche Dynamik verloren.. Sie ist tief eingeschnitten, ihr Grundwasserspiegel ist abgesunken, die ursprünglichen Auenwälder sind teilweise Fichtenaufforstungen bzw. gemischten Harthölzern gewichen.

Maßnahmen für den Umbau von Nadelholzbeständen zu artenreichen Hartholzlaubwäldern sind bereits ergriffen und sollen fortgesetzt werden.. Ein Teil der Erlenbestände sollte zudem erhalten werden. Die ordnungsgemäße Landbewirtschaftung stellt eine zulässige Nutzung dar.

Die Isarauen sind im Auwald durchgängig für Fußgänger und Radler erschlossen; die offenen Vorzonen der Wälder und die Flußufer sind jedoch nur abschnittsweise zugänglich und erholungswirksam. Querungsmöglichkeiten über den Fluß sind nur in großen Abständen vorhanden.

Die Wege beidseits der Isar sind am Wochenende überfüllt. Der hohen Nutzungsdichte steht ein geringes Angebot an Alternativrouten gegenüber. Ziel ist die Entzerrung des Besucherandranges durch ein ganzjährig ausgerichtetes Wegekonzept.

Vor der Neuanlage von Alternativrouten in landschaftlich sensiblen Bereichen ist das bestehende Wegenetz auf Ergänzungsmöglichkeiten hin zu überprüfen.

  

 

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