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Regionalplan München - Teil B - Begründung |
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Zu IV Wirtschaft und Dienstleistungen (Fortsetzung) |
Zu 2.9 Land- und Forstwirtschaft Zu 2.10 Energieversorgung Zu 2.11 Besondere regionale Kompetenzen Zu 3 Arbeitsmarkt Vorige Seiten: Zu 1 Leitbild Zu 2 Wirtschaftsstruktur Zu 2.1 Regionale Wirtschaftsstruktur Zu 2.2 Handwerk Zu 2.3 Dienstleister Zu 2.4 Produzierendes und verarbeitendes Gewerbe Zu 2.5 Versorgung - Einzelhandel Zu 2.6 Bildung/Wissenschaft Zu 2.7 Logistik
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Zu 2.9 Land- und Forstwirtschaft |
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Die Erhaltung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe ist wesentliche Voraussetzung, dass diese neben ihren klassischen Produktions- und Versorgungsaufgaben auch ihren Auftrag zur Sicherung der landschaftlichen Schönheiten sowie zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen des Raumes erfüllen können.
Die direkte wirtschaftliche Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft ist in der Region München gering, nur 1 % aller Beschäftigten ist in der Land- und Forstwirtschaft tätig. Indirekt ist sie jedoch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, da sie die bayerische Kulturlandschaft prägt und maßgeblich als „weicher Standortfaktor" zum hervorragenden Image/Erscheinungsbild der Region München beiträgt. Auch sind regional erwirtschaftete Produkte Bestandteil regionalen Selbstverständnisses und regionaler Identität. Grundsätzlich gilt, dass die Sicherung des wirtschaftlichen Ertrags der landwirtschaftlichen Kulturlandschaft und des Waldes eine wesentliche Voraussetzung für ihren Erhalt darstellt und damit zur Gewährleistung ihrer übrigen Funktionen beiträgt. |
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Von einer möglichst umweltschonenden Produktion profitieren Umwelt, Verbraucher sowie Land- und Forstwirte gleichermaßen. Nachhaltige Landwirtschaft kann als Ausgangspunkt einer Wertschöpfungskette, die regionale Vermarktung und regionale Verarbeitung hochwertiger Lebensmittel ermöglichen. Dies setzt beispielsweise auch einen streng bedarfsorientierten, effizienten Einsatz von möglichst natürlichen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln voraus. Nur nachhaltige Land- und Forstwirtschaft sichert langfristig die land- und forstwirtschaftliche Existenzgrundlage und dient der hervorhebenden Positionierung regional erwirtschafteter Produkte.
Regionale Wirtschaftskreisläufe sind geeignet, die Marktchancen und Konkurrenzfähigkeit der heimischen Land- und Forstwirtschaft zu verbessern. Sie sind ein wichtiger Baustein zur Förderung regionalen Bewusstseins und leisten damit indirekt auch einen Beitrag zur Schaffung eines innovationsfreundlichen regionalen Klimas. Beispielhaft sei die Regionalvermarktung „Brucker Land" genannt. |
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Die Produktion nachwachsender Rohstoffe und die Nutzung anfallender Abfallprodukte für die Energieversorgung schaffen zusätzliche Möglichkeiten der land- und forstwirtschaftlichen Existenzsicherung und sind ein wichtiger Baustein einer nachhaltigen Regionalentwicklung. Die verstärkte Nutzung nachwachsender Rohstoffe und in der land- und forstwirtschaftlichen Produktion anfallender Abfallstoffe für die Energieversorgung fördert darüber hinaus den technologischen Fortschritt in einem wichtigen Markt der Zukunft, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit der Region weiter gestärkt wird (s. Z 2.10.2).
Dabei sind jedoch bei der Nutzung nachwachsender Rohstoffe eintönige, großflächige Monokulturen zu vermeiden und darauf zu achten, dass die Land- und Forstwirtschaft ihren Auftrag zur Erhaltung der bayerischen Kulturlandschaft erfüllen und ihrer Verantwortung zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen gerecht werden kann. |
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Durch Erzeugerzusammenschlüsse kann die Marktposition insbesondere der Landwirtschaft gefestigt werden. Erzeugerverbünde sind geeignet, dass auch kleinere Betriebe bei zunehmenden Konzentrationsprozessen des Marktes erfolgreich bestehen können.
Das kooperative Zusammenwirken von Erzeugern und Verarbeitungsbetrieben bietet die Chance, regionale Produkte zu einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis im immer unübersichtlicheren aber gleichförmigen Warenangebot hervorragend zu positionieren.
Dabei können auch die Kommunen aktiv dazu beitragen, die Vermarktungssituation der Landwirtschaft zu verbessern, indem z.B. Bauernmärkte unterstützt und gefördert werden. |
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Dezentrale nichtlandwirtschaftliche Arbeitsplätze bieten einerseits den aus der Landwirtschaft Ausscheidenden Beschäftigungsmöglichkeiten, andererseits werden durch günstig erreichbare (Teilzeit-) Arbeitsplätze die Bereitschaft gestärkt und Rahmenbedingungen geschaffen, die es ermöglichen, die Landwirtschaft zumindest im Neben- oder Zuerwerb weiterzuführen. Damit kann der Konzentrationsprozess in der Landwirtschaft etwas abgemildert werden. Auch unterliegen Nebenerwerbslandwirte weniger dem Zwang zur marktabhängigen und damit risikobehafteten Spezialisierung.
Ein Nebeneinander landwirtschaftlicher Vollerwerbs-, Nebenerwerbs- und Zuerwerbsbetriebe trägt erheblich zur Erhaltung einer vielfältigen bäuerlichen Kulturlandschaft bei. |
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Die Durch Betriebsaufgaben, Umstellungen von Vollerwerb zu Neben- oder Zuerwerb oder allgemein durch Bestrebungen, landwirtschaftliche Flächen möglichst gewinnbringend zu verwerten, werden immer mehr Flächen der landwirtschaftlichen Produktion entzogen. Bei der angestrebten Umnutzung stehen Renditeüberlegungen im Vordergrund. Dies führt in der Umsetzung oft zu wenig umwelt- und landschaftsbildverträglichen Lösungen. Es droht eine gesichtslose Überformung der bayerischen Kulturlandschaft durch eintönige, austauschbare Gewerbe-, Einfamilienhausgebiete, Großparkplätze etc. Mit dem Verlust der unverwechselbaren Kulturlandschaft geht auch ein wichtiger „weicher Standortfaktor" und ein Stück Lebens- und Heimatgefühl verloren. Dem gilt es durch eine vorausschauende, an Umwelt und Landschaft angepasste Bauleitplanung gegenzusteuern, welche die umweltbezogenen und kulturlandschaftlichen Anforderungen einerseits sowie die berechtigten Ansprüche auf ein angemessenes Auskommen andererseits in Einklang bringt.
Dabei gilt auch hier, dass Flächen im Innenbereich für die bauliche Entwicklung von vorrangiger Bedeutung sind (s. B IV Z 1.9). |
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Zu 2.10 Energieversorgung |
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Eine ausreichende Energieversorgung ist für die wirtschaftliche Entwicklung und den Wohlstand der Region München unabdingbare Voraussetzung. Bayern und insbesondere die Region München verfügen über keine energiewirtschaftlich verwertbaren Vorkommen an Kohle, Erdöl oder Uran. Man ist daher auf Importe angewiesen. Aber auch die globalen Energiereserven sind begrenzt. Der Grundsatz, durch sparsamen und rationellen Umgang den künftigen Bedarf an Energie so gering wie möglich zu halten, ist daher nicht nur Gebot einer langfristig verantwortungsvollen Energiepolitik, sondern auch eine zentrale Zielsetzung der Regionalplanung.
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Im Gegensatz zu den endlichen und umweltschädigenden, da insbesondere CO2 frei setzenden, fossilen Energieträgern, sind erneuerbare Energieträger unerschöpflich und umweltfreundlich. Zwar sind erneuerbare Energien gegenwärtig noch nicht in der Lage, den größten Anteil an der Primärenergie zu liefern, jedoch geht z.B. das Szenario „Nachhaltiges Wachstum" der Shell AG davon aus, dass bis zum Jahr 2060 der Anteil erneuerbarer Energien am Weltenergieverbrauch ca. 60 % betragen kann.
Der vorrangige Ausbau und die Förderung umweltfreundlicher und erneuerbarer Formen der Energieversorgung ist daher in der Region München, als „Region der Zukunft", angesichts des bereits stattfindenden Klimawandels nicht nur erforderliches „Übel" sondern im Hinblick auf technologischen Fortschritt und zukunftsfähige Marktpositionierung auch Gebot der ökonomischen Vernunft. Davon können Erzeuger und Verbraucher gleichermaßen profitieren. So bieten beispielsweise Biogasanlagen Landwirten eine lukrative zusätzliche Einnahmequelle und neue berufliche Perspektiven. Hartnäckige Vorurteile (Biogasanlagen seien laut und stinken) stimmen nicht mit moderner Anlagen-Realität überein. Beispielsweise lässt sich, wie in Pliening, im Hochdruckverfahren das Gas säubern und veredeln. Damit können höhere Wirkungsgrade erzielt werden. Das Gas kann direkt in eine Gaspipeline eingespeist werden. Schätzungen gehen davon aus, dass bis 2030 sich ca. 10 % des heutigen Erdgasverbrauchs durch Biogaseinspeisung ersetzen lässt.
Besonders gute Voraussetzungen bieten sich in der Region München auf dem Feld der Geothermie. Dabei lassen sich heiße Wasservorkommen in größerer Tiefe oder Erdwärme der oberen Erdschichten zum Heizen, Kühlen, zur Stromversorgung oder zur Kraft-Wärme-Kopplung nutzen. Wie bei den anderen erneuerbaren Energien (insbesondere Biogasanlagen) ist auch bei der Geothermie darauf zu achten, dass keine Emissionen entstehen, die andere Schutzgüter nachhaltig beeinträchtigen. Dies gilt insbesondere, wenn entnommenes Tiefenwasser wieder in den Untergrund geleitet wird.
Besonders effizient lassen sich erneuerbare Energien bei Kraft-Wärme-Kopplung nutzen. |
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Eine zukunftsfähige, interessante Form erneuerbarer Energien ist die Photovoltaik. Für Landwirte sind Photovoltaik-Anlagen darüber hinaus eine zunehmend willkommene Möglichkeit, ihre landwirtschaftlichen Flächen (besser) zu verwerten.
Allerdings sind großflächige Photovoltaikfelder aus regionalplanerischer Sicht unter Umwelt- und Landschaftsgesichtspunkten nicht generell positiv zu bewerten. Während sie beispielsweise gut eingegrünt, in Anbindung an Gewerbegebiete oder auf Konversionsflächen, in grün durchsetzter, aufgeständerter Bauweise grundsätzlich zu begrüßen sind, können sie in freier, weit einsehbarer Landschaft zur Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und zur großflächigen Bodenversiegelung beitragen. Aus regionalplanerischer Sicht sind daher an den Bau großflächiger Photovoltaikfelder die Forderungen geknüpft, sie möglichst nicht in von Siedlung abgesetzte freie Landschaft zu setzen, sie möglichst schonend in das Landschaftsbild einzubinden und die Bodenversiegelung auf das unabdingbare Maß zu beschränken.
Generell bieten nutzungsnahe Installationen im Hinblick auf Effizienz bzw. Ertrag und Aufwand mehr Vorteile. O.g. negative Auswirkungen auf Landschaftsbild und Boden lassen sich vermeiden, wenn Dachflächen für die Photovoltaik genutzt werden. |
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Die Region München ist nicht von großer Windhöffigkeit. Eine regionalplanerische Ordnung der Windenergienutzung durch die Ausweisung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten im Regionalplan ist nicht angezeigt. Die Sicherung im Einzelfall geeigneter Standorte für Windenergieanlagen kann und soll daher im Zuge der Bauleitplanung erfolgen, wenn sie das Orts- und Landschaftsbild nicht stören.
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Zu 2.11 Besondere regionale Kompetenzen |
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Im Stadt- und Umlandbereich und insbesondere in der Landeshauptstadt München stellt der Städte-, Tagungs-, Kongress-, Messe- und Geschäftstourismus einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Vergleicht man München mit den Kernstädten der anderen deutschen Metropolregionen, so ist München mit deutlichem Abstand die beliebteste Destination für Städtetouristen. Allein in der Kernstadt München sorgen die Besucher für einen jährlichen Umsatz von über 5 Milliarden €. In der Stadt hängen 75.000 Arbeitsplätze vom Tourismus ab.
Die ausgabefreudigste Besuchergruppe stellen die Kongresstouristen dar. Der Kongress-, Messe- und Geschäftstourismus ist nicht nur über die getätigten Ausgaben der Gäste ein enormer Wirtschaftsfaktor. Er begründet darüber hinaus erhebliche Standortvorteile für das Oberzentrum und die Region, weil er die Teilhabe am Markt und am fachlichen Informationsaustausch der verschiedenen Berufsgruppen und Unternehmen erleichtert.
Die Ansiedlung internationaler Organisationen in der Region, wie z.B. das Europäische Patentamt in München, die Europäische Organisation für Astronomische Forschung in der Südlichen Hemisphäre (ESO) in Garching oder die Nato EF 2000 and Tornado Development Production and Logistics Management Agency (NETMA) in Unterhaching belebt den Arbeitsmarkt, ist ein wichtiger Imagefaktor und erleichtert den Zugang zu den internationalen Märkten. |
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Auch außerhalb Münchens bieten die reizvolle Landschaft und kulturhistorische Sehenswürdigkeiten gute Voraussetzungen, den Tourismus weiter zu beleben und zu entwickeln.
Im Fünfseen-Gebiet, in welchem der Fremdenverkehr bereits große Bedeutung erlangt hat, ist vor allem eine qualitative Verbesserung und nachfragegerechte Anpassung des Fremdenverkehrsangebots angezeigt. Die Ausweisung eines Naturparks könnte für einen zusätzlichen Attraktivitätsschub sorgen. In den anderen Regionsteilen kommt es vor allem auf einen behutsamen Ausbau des touristischen Angebotes und eine bessere Vermarktung der touristischen Attraktivitäten an. Hierbei ist möglichst großräumig einheitliches Auftreten anzustreben.
Mit zielgerichteten Konzepten, Maßnahmen und Angeboten können auf die Landeshauptstadt München orientierte Touristen auch in andere Teilräume der Region gelenkt und so die wirtschaftlichen Belebungseffekte des Münchentourismus möglichst breit gestreut werden. |
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München und Oktoberfest, diese Begriffe sind weltweit miteinander verbunden. Jedes Jahr besuchen rund 6 Millionen Besucher das größte Volksfest der Welt. Der unmittelbare und mittelbare Umsatz des Oktoberfestes wird auf ca. 1 Milliarde € geschätzt.
Dabei profitiert nicht nur die Landeshauptstadt München selbst vom Wirtschafts- und Imagefaktor Oktoberfest, das 8.000 feste und 4.000 wechselnde Arbeitskräfte beschäftigt. Etwa jeder Achte der Oktoberfestbesucher, die mehrere Tage bleiben, übernachtet im Umland. 12 % der ausländischen Gäste verbinden einen Urlaub mit einem Oktoberfestbesuch. Dieses Potential gilt es außerhalb der Landeshauptstadt München durch spezielle touristische Angebote und Konzepte noch stärker zu nutzen und auszubauen. |
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München ist der bedeutendste deutsche Allfinanzplatz. Die bayerische Landeshauptstadt ist mit Abstand der größte Versicherungsplatz und nach Frankfurt der zweitwichtigste Bankenplatz Deutschlands. In der Region München ist jeder fünfzehnte Erwerbstätige im Kredit- und Versicherungswesen beschäftigt. Ein Wert, der in keiner anderen Region Deutschlands auch nur annähernd erreicht wird. Ein starker Banken- und Versicherungssektor ist nicht nur ein bedeutender regionaler Arbeitgeber, sondern für eine innovationsfreundliche, wettbewerbsfähige Wirtschaftsstruktur eine wichtige Rahmenbedingung. Für ein innovationsförderliches Klima sind Risikokapitalgesellschaften von besonderer Bedeutung.
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In kurzer Zeit ist der Flughafen München in den Kreis der großen Luftverkehrsdrehscheiben Europas vorgerückt. Unter allen europäischen Spitzenflughäfen hat der Flughafen München die größte Wachstumsdynamik. 1993 im Jahr nach seiner Eröffnung im Erdinger Moos wurden ca. 13 Millionen Fluggäste gezählt. Im Jahr 2005 waren es auf dem nach Frankfurt zweitgrößten Flughafen Deutschlands mit ca. 27 Millionen Fluggästen bei ca. 400.000 Starts und Landungen bereits mehr als doppelt so viele Passagiere. Bis 2015 werden ca. 50 Millionen Passagiere bei ca. 600.000 Flugbewegungen prognostiziert (Intraplan). Das Frachtvolumen soll sich nach den Planungen der Flughafen München GmbH bis dahin mit prognostizierten 725.000 t gegenüber dem Eröffnungsjahr 1992 versiebenfachen.
Der Flughafen München steht nicht nur für eine ausgezeichnete Luftverkehrsanbindung, sondern ist auch ein herausragender Wirtschaftsfaktor und „Jobmotor" für die Metropolregion München. Am Flughafen arbeiteten im Jahr 2005 ca. 24.000 Beschäftigte in mehr als 500 Betrieben und Unternehmen. Bis 2015 sollen mehr als 40.000 Menschen am Flughafen beschäftigt sein. Außerhalb des Airports sollen bis 2015 70.000 bis 80.000 vom Flughafen abhängige Arbeitsplätze entstehen (Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München).
Die Sicherung der verkehrlichen Funktion und der wirtschaftlichen Impulse des Verkehrsflughafens München bei gleichzeitiger Minimierung der Belastungen und Beeinträchtigungen im Umfeld des Flughafens sind zentrale regionale und überregionale Herausforderungen. Für die Gemeinden im Umfeld des Flughafens entstehen hohe infrastrukturelle Folgekosten, welche einen gerechten Nutzen–Kostenausgleich nahelegen. Im Rahmen eines Teilraumgutachtens wurden Grundlagen für einen allfälligen Dialog zwischen den Betroffenen erarbeitet. |
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Messen und Ausstellungen dienen der Präsentation und Darstellung der Unternehmen und deren Erzeugnissen und darüber hinaus dem regionalen Ansehen insgesamt. Sie sind daher ein wichtiger Baustein für den wirtschaftlichen Erfolg der Region München und der hier ansässigen Unternehmen und ein bedeutender Imagefaktor.
Der Messestandort München gehört weltweit zu den zehn führenden Messestandorten. Insbesondere auf dem Gelände der Neuen Messe München sowie des MOC im Münchner Norden präsentieren sich jährlich auf 40 großen Messen und 250 Gastveranstaltungen über 30.000 Aussteller 2,5 Millionen Besuchern aus aller Welt.
Daneben bieten regionale Gewerbeschauen, Fachmessen und Verbraucherausstellungen Unternehmen und Verbrauchern Präsentations- und Kommunikationsplattformen, bei denen insbesondere kleinere Betriebe ihren Bekanntheitsgrad und ihre Absatzchancen steigern können. Beispielhaft zu nennen ist in diesem Zusammenhang die FFB-Schau als eine der größten regionalen Messen und Gewerbeschauen in Bayern.
Auch der Kongressstandort München ist ein bedeutender Image- und Wirtschaftsfaktor. Letzteres auch deshalb, weil Kongressbesucher durchschnittlich dreimal so viel Geld ausgeben wie Messebesucher und etwa vier- bis fünfmal so viel wie „normale" Touristen. Der jährliche „Wirtschaftswert" des Kongressaufkommens in der Landeshauptstadt München liegt bei ca. 250 Mio. EUR. |
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Wesentliche Bestimmungsfaktoren für erfolgreiche Clusterstrukturen, d.h. für räumliche Konzentrationen von branchenverwandten, bzw. in einer Wertschöpfungskette miteinander verbundenen Unternehmen, Zulieferern, Dienstleistern und unterstützenden Institutionen, sind:
- ökonomische Spezialisierung
- Netzwerke zwischen Unternehmen
- Netzwerke zwischen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen
- menschliche Fähigkeiten und Fertigkeiten, Wissen
- Wissenstransfer Forschung
- Spezialisierte Infrastruktur
- Gleichzeitigkeit von Kooperation und Konkurrenz
Zur Vermeidung krisenanfälliger Monostrukturen ist es wichtig, die diversifizierten Clusterstrukturen der Region München zu erhalten und durch gezielte komplementäre Unternehmens- und Dienstleistungsansiedlungen, durch ergänzende Ausbildungs-, Forschungs-, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen sowie durch innovative Vermarktung der regionalen Spezialisierung nachhaltig zu fördern und sinnvoll auszubauen. Dabei sollen die Branchenstrukturen gefördert werden, die aufgrund ihrer Stärke im regionalen und überregionalen Kontext Ausstrahlungswirkungen auf andere wirtschaftliche Aktivitäten in der Region entfalten und für Innovationen ein günstiges Umfeld schaffen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Region weiter erhöhen.
Vorrangig zu nennen sind in diesem Zusammenhang die regionalen Kompetenzfelder:
- Luft- und Raumfahrt insbesondere an den Standorten Weßling-Oberpfaffenhofen und Ottobrunn/Taufkirchen
- Biotechnologie insbesondere an den Standorten Planegg-Martinsried, München und Freising-Weihenstephan
- Elektronik und IuK insbesondere an den Standorten München und Garching
- Medien insbesondere an den Standorten München, Unterföhring/Ismaning und Grünwald
- Automobil- und Fahrzeugbau insbesondere an den Standorten München, Karlsfeld und Garching
- Umwelttechnik insbesondere am Standort München
- Medizintechnik insbesondere am Standort München
- Satellitennavigation insbesondere am Standort Weßling-Oberpfaffenhofen
- Gesundheit/Wellness insbesondere am Standort München
- Finanzdienstleistungen/Unternehmens-/Wirtschaftsberatung insbesondere am Standort München
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Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage zu den waldreichen Gebieten des südbayerischen Raumes und der vorhandenen wirtschafts- und infrastrukturellen Rahmenbedingungen bietet der Standort Landsberg am Lech gute Voraussetzungen zur Entwicklung eines wettbewerbsstarken Clusters der holzverarbeitenden Industrie. Die Konzentration von Unternehmen der Holzverarbeitung und der Holzwerkstoffindustrie ist geeignet, das eigene wirtschaftliche Profil im Landsberger Raum zu schärfen und dem ländlichen Raum tragfähige Wachstumsimpulse zu geben.
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Der greifbarste regionalplanerische Ansatz, den regionalen Arbeitsmarkt nachhaltig zu stärken, liegt in der Sicherung und dem Ausbau der wirtschaftsnahen Infrastruktur. Diese umfasst u.a. Einrichtungen der Ver- und Entsorgung, die Verkehrsinfrastruktur, „wissensbezogene" Einrichtungen sowie wirtschaftsbezogene Dienstleistungen. D.h., in allen Teilräumen der Region sowie in der Region insgesamt sind die Standortbedingungen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern und zu verbessern und so die Grundlage für nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu schaffen. Dabei sind einerseits die infrastrukturellen Rahmenbedingungen für die regionalen „Wachstumsmotoren" insbesondere des Stadt- und Umlandbereiches als wirtschaftliche Impulsgeber weiter zu verbessern, andererseits sind die infrastrukturellen Voraussetzungen zur bestmöglichen Förderung und Unterstützung endogener Kräfte und Strukturen in den wirtschaftsschwächeren peripheren Regionsteilen zu schaffen.
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Das landesplanerische Leitprinzip gleichwertiger Lebensbedingungen in allen Teilräumen lässt sich auch auf das Gebiet der Region München übertragen. Übergeordnete Zielsetzung hierbei ist es, teilregionale Polarisierungen in der Wirtschaftskraft und im Arbeitsplatzangebot zu verhindern bzw. abzubauen.
Eine nachhaltige, gesellschaftlich verantwortungsvolle regionale Arbeitsmarktpolitik hat nicht nur teilräumlichen, sondern insbesondere auch geschlechtsspezifischen Ungleichgewichten entgegenzuwirken. Ein ausreichendes und diversifiziertes Angebot von Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen und für Männer, entsprechend ihrer Qualifikation und Bedürfnisse, erhöht das innovative Potential und ist darüber hinaus geeignet, dem demographischen Wandel mit familienfreundlichen Rahmenbedingungen entgegenzuwirken. Dies dient langfristig der Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft und Konkurrenzfähigkeit. |
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Teilräumliche Ungleichgewichte sowie einseitige soziale Lasten lassen sich am Besten abbauen, wenn gleichzeitig die Wachstumsimpulse des hoch verdichteten Stadt- und Umlandbereiches genutzt und gezielt die endogenen Potentiale des ländlichen Raumes aktiviert werden. Das Vertrauen auf teilräumliche Besonderheiten und Kompetenzen fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl, ist nach innen und außen gleichermaßen imagebildend und stärkt die Wettbewerbsposition der Region insgesamt.
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Der sozial-demographische Wandel verstärkt, zeitlich versetzt, auch in der Region München die Anforderungen an Wohnungen und Infrastrukturangebote für alte Menschen und kann langfristig zu Problemen auf dem Arbeitsmarkt führen. Familiengerechte Wohn- und Arbeitsbedingungen und Betreuungsangebote für Kinder zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind geeignete Rahmenbedingungen, für ein geändertes generatives Verhalten und Voraussetzung für eine langfristig wirtschaftlich erfolgreiche Region.
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Die Region München ist eine stark von Wanderungsprozessen geprägte Region. Diese überlagern den sozial-demographischen Wandel, so dass sich die Problematik der „Schrumpfung" und „Überalterung" nur zeitlich versetzt und in abgeschwächter Form abzeichnet.
Ein ungesteuerter Zuzug, der quantitativ und qualitativ dem aktuellen Arbeitskräftebedarf nicht entspricht, kann jedoch zu erheblichen Konflikten auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt führen. Demographisch bedingtem Arbeitskräftemangel in einzelnen Wirtschaftsbereichen ist daher durch gezielten Zuzug sowie flexible Beschäftigungsverhältnisse Rechnung zu tragen.
Verstärkter Zuzug von Arbeitskräften aus dem Ausland setzt Integrationsangebote, welche ein konfliktfreies Zusammenleben erleichtern, voraus. |
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